Artikel aus der Rubrik "Aktuelles" | | 26.03.2018 | ±3 Minuten Lesezeit

Indien hat 500 Pilgern das Visum verweigert. Damit verstößt Indien gegen einen Vertrag von 1974 zwischen Indien und Pakistan, worin steht, dass die Grenzen für religiöse Zwecke offen sein müssen. Nun seien 503 pakistanischen Zaireen das Visum verweigert worden, behauptet Pakistan.

Pilgerfahrt

Das pakistanische Außenministerium hat gesagt, es sei "zutiefst enttäuscht" über die Visumverweigerung von 503 pakistanischen Zaireen (Pilgern). Die Religiosen wollten eine Pilgerfahrt nach Ajmer in Rajasthan unternehmen, denn dort findet zurzeit das Urs-Festival statt, ein Ereignis, das an den Tod des Sufi Heiligen Hazrat Khwaja Moinuddin Chishti erinnert.

Pakistan zufolge sollten Pilger einfach in das Land einreisen können, weil dies in einem Vertrag von 1974 so geregelt ist. Dieser Vertrag besagt, dass Besuche von religiösen Orten erlaubt sein müssen, besonders wenn es ein jährliches Ereignis betrifft. Darüber hinaus nennt das Land es "ironisch", weil Hazrat Khwaja Moinuddin Chishti Jahrhunderte gebraucht hat, um die Gemeinden näher zusammenzubringen.

Die Beziehungen untergraben

In einer Erklärung verkündet Pakistan, dass Indien hier rücksichtslos gehandelt hat und dass solche Maßnahmen die Religionsfreiheit gefährden. Darüber hinaus würde Indien die Beziehung zwischen den beiden Ländern untergraben und die Anstrengungen zur Verbesserung der gegenseitigen Beziehungen gefährden. Pakistan zufolge ist es nicht das erste Mal, dass Indien Pilgern aus Pakistan Visa verweigert; sie konnten an der Veranstaltung, die vom 1. bis 8. Januar an Hazrat Khwaja Nizamuddin Aulia erinnert, nicht teilnehmen.

Spezieller Zug

Eine Erklärung aus Pakistan zeigt, dass solche Probleme auch 2018 aufgetreten sind. Das Land soll einen "speziellen Zug" geschickt haben, der Sikh-Pilger abholte, um sie zu einem religiösen Fest zu bringen. Das beinhaltete Gedenkzeremonien von Guru Arjan Dev und Maharaja Ranjit Singh. Indien hat damals den Pilgern auch schon Steine in den Weg gelegt.

Diplomatische Krise

Die neuesten Entwicklungen sind wahrscheinlich das Ergebnis einer diplomatischen Krise zwischen Pakistan und Indien. In den letzten Wochen haben sich Indien und Pakistan ständig gegenseitig Einschüchterung gegen Diplomaten des jeweils anderen Landes vorgeworfen. Viele Menschen, die versuchen, in Pakistan ein Visum für Indien auf der Internetadresse .gov.in zu beantragen, können das nicht tun, denn Pakistan soll die Adressen seit Mai 2017 gesperrt haben. Die Websites werden benötigt, um sich auf eine Reise nach Indien vorzubereiten. Laut den offiziellen Quellen des Indian Express sind davon vor allem Studenten und Geschäftsleute betroffen.

Visum Indien

Wer nach Indien reisen möchte, braucht ein Visum Indien. Das Visum ist für alle Deutschen und Österreicher, die nach Indien reisen, obligatorisch. Nicht nur Geschäftsreisende müssen ein Visum beantragen, sondern auch normale Touristen sind dazu verpflichtet. Kinder und Babys müssen ebenfalls im Besitz eines Visums sein, auch dann, wenn sie in die Pässe ihrer Eltern mit eingetragen sind. Die Beantragung eines Visums kann vollständig online durchgeführt werden. Indien verwendet dabei ein sogenanntes E-Visum, das nur geeignet ist für Touristen und Reisende aus medizinischen Gründen, die weniger als 60 Tage im Land bleiben möchten und Geschäftsreisende, die weniger als 180 Tage in Indien bleiben möchten.

Der/die Reisende muss einen Pass besitzen, der ab der Ankunft in Indien noch mindestens sechs Monate gültig ist Außerdem müssen ein klarer Scan oder ein Foto des Passes und ein aktuelles Lichtbild verfügbar sein. Der Antrag auf ein Visum für Indien kostet 109,95 € pro Person und die Beantragung mit dem Online-Antragsformular dauert etwa 15 Minuten.