Artikel aus der Rubrik "Aktuelles" | | 05.02.2018 | ±3 Minuten Lesezeit

In der Neujahrsnacht, am 1. Januar 2018 wurde in Istanbul ein Terroranschlag verübt, bei dem 39 Menschen starben und weitere 70 verletzt wurden. Der Vorfall war eine schlechte Nachricht für den Tourismus in der Türkei.

Nach dem Putschversuch 2018 zweifelten viele Touristen, ob eine Reise in die Türkei sicher genug ist. Außer Istanbul reisen Touristen langsam wieder in andere Orte in der Türkei, wie zum Beispiel Bodrum und Antalya. Aktuelle Statistiken zeigen, dass die Zahl der Touristen, die nach Istanbul kamen, deutlich rückläufig war; letztes Jahr zog die türkische Stadt 19 Prozent weniger Touristen an als im Jahr davor.

Istanbul vom Wasser ausIstanbul vom Wasser aus

Die letzten Statistiken zeigen jedoch dass die Besucherzahlen für Istanbul nach Januar 2017 wieder ansteigen - von Juli 2017 auf Juli 2018 sind sie um 37 Prozent gewachsen, mit einem weiteren Wachstum von 30 Prozent im August und September. Es scheint, dass immer mehr Touristen auf ihre Sicherheit in Istanbul vertrauen.

Image-Schaden

Aufgrund der Terroranschläge und des Putschversuchs hat das Image Istanbuls im vergangenen Jahr gelitten, was zu 55 Prozent weniger Gästen in den Hotels führte. Die türkische Regierung tut nun alles, um diesem Image als unsicheres Urlaubsziel entgegenzuwirken.

Außerdem ist die politische Situation in der Türkei im Vergleich zum Vorjahr weniger angespannt; allerdings scheinen Urlaubsreisende häufiger Opfer von Terroranschlägen zu werden. Verschiedene Experten sind der Meinung, dass Touristen über die internationalen Probleme in der Türkei informiert sind und aus diesem Grund das Land gemieden haben.

Manager verschiedener internationaler Fluggesellschaften betonen, dass Istanbul eine einzigartige Metropole mit eigener Geschichte und Kultur ist. Trotz der Angriffe geht diese Kultur nicht verloren und das bleibt ein Grund, nach Istanbul zu reisen. Für andere EU-Länder wie Großbritannien ist die Türkei immer ein beliebtes Urlaubsziel geblieben: 1,7 Millionen Briten sind im vergangenen Jahr in die Türkei geflogen. Die meisten Touristen reisen ohne Probleme ein und verlassen das Land auch problemlos wieder. Das türkische Visum und die Gültigkeit von Reisepässen werden jedoch strenger überprüft. Lesen Sie hier mehr über Sicherheit in der Türkei.

Checkpoints auf öffentlichen Straßen

Die türkischen Behörden haben Maßnahmen getroffen, wodurch z. B. Kontrollpunkte auf öffentlichen Straßen eingerichtet wurden. Reiseexperte empfehlen um an den Kontrollen mitzuarbeiten, wenn man darin gerät. Halten Sie den Pass immer griffbereit und führen Sie eine Kopie Ihres (E-)Visums mit (wenn das auf Sie zutrifft - Deutsche Reisende benötigen immerhin kein Visum für Reisen in die Türkei). Ein Nachweis Ihrer Hotelbuchung kann auch zu einer beschleunigten Prüfung beitragen.

Reisehinweise des Auswärtigen Amtes

Das Auswärtige Amt hat Reisehinweise für die Türkei veröffentlicht. Die Regierung rät beispielsweise davon ab, die Grenze bei Habur zu überqueren. Aufgrund des Ausnahmezustands werden vor allem deutsche Staatsbürger mit türkischer Staatsangehörigkeit mit Befragungen und Gerichtsverfahren konfrontiert. In einigen Fällen werden sogar Strafverfahren eingeleitet, was bedeutet, dass sie in Untersuchungshaft gehalten werden könnten. Eine Rechtshilfe ist in solchen Fällen nicht immer möglich.

Bleiben Sie in der Türkei daher wachsam. Nehmen Sie nicht an Demonstrationen teil, vermeiden Sie große Gruppen von Menschen und überfüllte Orte. Der Ausnahmezustand ist seit dem 21. Juli 2016 im Land in Kraft, und hält noch immer an.

Das Auswärtige Amt empfiehlt auch, die Grenzgebiete zu Syrien und dem Irak zu meiden. Zwischen der Türkei und Syrien, wie in der Provinz Gaziantep, wurden spezielle Militärzonen eingerichtet - reisen Sie daher nicht in solche Grenzgebiete, es sei denn es ist zwingend notwendig. Vermeiden Sie auch die südöstliche Türkei. Achten Sie auf Meldungen in den lokalen Medien, und befolgen Sie immer die Anweisungen der örtlichen Behörden.

Deutsche müssen in der Türkei immer einen gültigen Identitätsnachweis/Ausweis mit sich führen und Österreicher/-innen zusätzlich ihr Visum für die Türkei. Das Vorweisen dieser Dokumente kann während Ihrer Reise mehrmals verlangt werden. Seien Sie in der ganzen Türkei wachsam: Europäer haben ein erhöhtes Risiko Opfer von Terroranschlägen zu werden.