Artikel aus der Rubrik "Aktuelles" | | 10.12.2018 | ±4 Minuten Lesezeit

Reisende, die bald nach Kambodscha reisen möchten, sollten sich frühzeitig auf die Reise vorbereiten. Zum Beispiel unterliegen deutsche und österreichische Touristen der Visumpflicht und ist es empfehlenswert, sich über allgemeine Verhaltensregeln im Land zu informieren.

Ein australischer Produzent wurde vor kurzem festgenommen, nachdem er Videos von einer Demonstration einer kambodschanischen Oppositionspartei mit einer Drohne gemacht hatte. Er wurde innerhalb von einer Woche zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Er muss diese Strafe nicht in Kambodscha absitzen, da er eine königliche Begnadigung erhalten hat. Laut Human Rights Watch gab es jedoch keinen echten und fairen Prozess. Es geht um den australischen Produzenten James Ricketson (69).

Verstöße gegen Verhaltensregeln in Kambodscha

In Kambodscha gelten bestimmte Verhaltensregeln. Es empfiehlt sich, diese Verhaltensregeln vor der Abreise auf der Website des Außenministeriums nachzulesen. Obwohl Ricketson nur für seinen Dokumentarfilm Aufnahmen einer Demonstration gemacht hat, sah die kambodschanische Regierung die Aufnahmen immer noch als Spionageversuch an. Er wurde verhaftet und wegen "Sammlung verletzlicher Informationen und Spionage, die die nationale Sicherheit schäden könnten", verurteilt. Das Gericht in Phnom Penh hielt ihn für schuldig und verurteilte den Produzenten zu sechs Jahren Gefängnis.

Ricketson erhielt dann eine Begnadigung vom kambodschanischen König, woraufhin beschlossen wurde, den Produzenten nach Australien abzuschieben. Neben der Verurteilung besteht ein weiterer Grund für die Ausweisung darin, dass sein Kambodscha-Visum abgelaufen ist. Der Produzent wurde seit Juni inhaftiert, weil er eine Demonstration der Oppositionspartei Cambodia National Rescue Party (CNRP) gefilmt hatte.

Beachten Sie die Verhaltensregeln

In Kambodscha gelten bestimmte Verhaltensregeln. Aus Gründen der nationalen Sicherheit ist es nicht gestattet, Demonstrationen zu filmen. Solche Aktionen können als Spionage betrachtet werden. Journalisten wird empfohlen, sich vorab über die Risiken des Journalismus in Kambodscha zu informieren.

In Kambodscha fanden am 29. Juli 2018 Wahlen statt, was zu Instabilität der politischen Situation im Land führte. Demonstrationen und Proteste finden regelmäßig statt. Das Außenministerium empfiehlt deutschen Reisenden, Proteste und Demonstrationen zu vermeiden. Darüber hinaus ist es ratsam, die lokalen Nachrichten zu beachten. Vermeiden Sie es, Kommentare über die kambodschanische Kultur und Politik in den sozialen Medien zu teilen, besonders dann, wenn Sie sich bereits im Land befinden.

Man sollte nur dann in die Regionen Preah Vihear und Oddar Meanchey reisen, wenn das zwingend erforderlich ist. Inzwischen hat sich die Situation verbessert, aber Sicherheitsrisiken müssen immer noch berücksichtigt werden.

Nehmen Sie auf Reisen nach Kambodscha keine Drogen oder andere verbotene Substanzen mit. Kambodscha hat örtliche Gesetze und Gebräuche, die sich erheblich von der deutschen Kultur unterscheiden. Die Strafen für den Besitz von Drogen in Kambodscha sind sehr hoch. Die kambodschanische Justiz verhängt sogar für eine kleine Menge Drogen lange Haftstrafen. Darüber hinaus ist es wichtig zu berücksichtigen, wie sich der Reisende verhält und sich äußert. Beachten Sie beispielsweise, dass Homosexualität in Kambodscha im Allgemeinen nicht akzeptiert wird.

Trotzdem in Schwierigkeiten geraten?

Sind Sie in Kambodscha in Schwierigkeiten geraten? Deutsche Reisende in Schwierigkeiten können sich an die Botschaft in Phnom Penh wenden. Es gibt keine österreichische Botschaft in Kambodscha. Österreichische Reisende können sich bei Problemen mit der Botschaft in Bangkok in Verbindung setzen.

Visum Kambodscha beantragen

Reisen nach Kambodscha sind nur möglich, wenn der/die Reisende ein gültiges Visum Kambodscha besitzt. Für die Beantragung des Visums ist es nicht mehr erforderlich, zur Botschaft zu gehen, denn Touristen können das Visum einfach online beantragen. Alle deutschen und österreichischen Reisenden müssen die Voraussetzungen, die für das Visum gelten, einhalten. Das gilt auch für minderjährige Kinder, die im Besitz eines eigenen Passes und eines eigenen Visums sein müssen.

Das Kambodscha-Visum ist ein Dokument, in dem die kambodschanische Behörden angeben, dass Touristen das Land betreten dürfen. Es ist speziell für Touristen und Personen gedacht, die auf Geschäftsreise gehen und weniger als 30 Tage in Kambodscha bleiben möchten. Wer länger als 30 Tage im Land bleiben möchte, muss bei der Botschaft von Kambodscha in Berlin einen speziellen Antrag stellen. Kambodscha hat kein Konsulat und keine Botschaft in Österreich. Österreicher/-innen, die länger als 30 Tage in Kambodscha bleiben wollen, müssen sich an der Botschaft in Brüssel wenden.

Das E-Visum hat eine Gültigkeit von 90 Tagen und berechtigt Sie zu einem Aufenthalt von höchstens 30 Tagen. Diese 90 Tage beginnen ab dem Zeitpunkt, an dem die kambodschanische Behörde das Visum erteilt. Sie können nur einmal mit dem Visum einreisen. Der Reisepass muss mindestens sechs Monate gültig sein und es gibt nur bestimmte Orte, an denen man einreisen kann.

Es ist wichtig, das Kambodscha-Visum vor dem Abflug zweimal auszudrucken. Bei der Einreise müssen Sie eine Kopie des Visums abgeben und auch noch einmal bei der Abreise.

Die Beantragung des Visums kostet 54,95 € pro Person und dieser Betrag gilt auch für Kinder. Sie werden nach einer Kopie des Passes und einem Passfoto gefragt. Wenn Sie innerhalb von 24 Stunden ein Visum benötigen, können Sie einen Eilantrag stellen. Diese Option kostet zusätzlich 17,50 € pro Person. Das kambodschanische Visum wird normalerweise innerhalb von 24 Stunden erteilt, obwohl die kambodschanischen Einwanderungsbehörden keine Bearbeitungszeiten garantieren.