Artikel aus der Rubrik "Aktuelles" | | 12.03.2019 | ±3 Minuten Lesezeit

Die Frage ob ein Laptop in der Kabine oder im Frachtraum eines Flugzeugs nach Amerika mitgenommen kann worden, hat im Frühjahr 2017 für Verwirrung gesorgt. John Kelly, Minister der Vereinigten Staaten von Amerika, hatte die neuen Regeln am 21. März eingeführt. Ab diesem Datum war es Flugzeugpassagieren die in acht Ländern an Bord gingen, verboten, "große" elektronische Apparate auf Flügen in die USA mitzunehmen. Unter große elektronische Apparate vielen im Rahmen dieses Gesetzes alle elektronischen Geräte, die größer als 16 mal 9,3 Zentimeter sind. Dazu gehören Laptops, aber auch viele Tablets, E-Reader und ein paar große Smartphones.

Fliegen nach die USAFliegen mit einem Laptop in die USA, ist das erlaubt?

Sprengstoff in Laptops

Das Laptopverbot wurde damit begründet, dass es recht einfach wäre, Sprengstoffe in diesen elektronischen Apparaten zu verbergen. Sowohl für Sprengstoffdetektoren als auch für menschliche Inspektoren ist es sehr schwierig fest zu stellen, ob eine Batterie in einem solchen elektronischen Gerät (die im Regelfall mit Lithium-Ionen-Batterien betrieben werden) wirklich eine Batterie ist oder ob es sich um einen Sprengstoff handelt, der als Batterie getarnt ist. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 tun die US-Behörden alles in ihrer Macht Stehende, um Terroranschläge auf Flugzeuge zu verhindern.

Laptopverbot für Flüge aus Europa

Das Verbot sollte zunächst nur für Flüge aus acht Ländern in Afrika und dem Nahen Osten in die Vereinigten Staaten von Amerika gelten. Am 12. Mai 2017 stonden die niederländischen Zeitungen jedoch voll mit Berichten über eine Ausweitung des Verbots auf Passagiere, die mit dem Flugzeug von Europa in die USA reisen. Es war kein totales Verbot beabsichtigt, Laptops wären immer noch erlaubt, wenn sie nicht in der Kabine, sondern im Frachtraum mitgenommen würden. Das Problem hierbei ist jedoch, dass Lithium-Ionen-Akkus sich manchmal spontan selbst in Brand setzen; das jüngste Beispiel dafür war der Samsung-Note-Tablet, der 2016 durch viele Fälle der Spontanzündung einen schlechten Ruf bekam und durch Samsung im Rahmen einer Produktrückrufaktion zurückgenommen wurde.

Das Löschen von brennenden Akkus ist oft kompliziert und völlig unmöglich, wenn sie sich im Frachtraum des Flugzeugs befinden, den während des Fluges betreten kann. Außerdem ist es theoretisch auch möglich, eine Sprengladung die in einem Laptop im Frachtraum verborgen ist, von der Kabine aus mit einer Fernbedienung zu zünden. Die Fluggesellschaften und europäischen Regierungen waren dann auch nicht gerade von dem amerikanischen Vorschlag, Laptops im Gepäckraum zu transportieren, angetan.

Strengere Kontrolle

Am 28. Juni 2017 kündigte das U.S. Department of Homeland Security an, dass kein Laptop-Verbot für Flüge von Europa nach Amerika eingeführt werden wird. Anstelle dessen kommt jedoch eine viel strengere Kontrolle von elektronischen Geräten. An den Flughäfen, von denen aus die Flugzeuge auf ihren Flug in die USA abhoben, wurde sofort zusätzliches Personal eingesetzt. Auf diese Weise war es doch möglich, alle elektronischen Geräte, die mit dem Flugzeug in die USA mitgenommen werden, auf Sprengstoffe zu überprüfen.

Diese zusätzlichen Kontrollen gelten nicht nur für Flüge aus Europa. Von diesen zusätzlichen Kontrollen sind auch die acht Länder betroffen, für die das Laptopverbot ursprünglich verhängt wurde. Sobald alle Fluggesellschaften von Flügen aus Afrika und dem Nahen Osten bewiesen haben, dass sie diese zusätzlichen Kontrollen ausführen, kann das Laptopverbot für Flüge aus diesen Ländern aufgehoben werden. Alle Reisenden, die nach Amerika fliegen, können dann einfach ihre elektronischen Geräte mitnehmen, einschließlich Laptops, Smartphones und Tablets. Das Verbot bleibt möglicherweise noch einige Zeit für Flüge aus bestimmten Ländern in Kraft, aber in diesem Fall wird den Fluggästen beim Check-in mitgeteilt, dass der Laptop aufgrund des Verbots nicht in der Kabine, aber wohl im Frachtraum in die USA mitgenommen werden kann.