Artikel aus der Rubrik "Aktuelles" | | 06.05.2019 | ±3 Minuten Lesezeit

Sri Lanka hat am 6. März 2018 erneut den Ausnahmezustand ausgerufen. Der Grund dafür waren Angriffe von Buddhisten auf muslimische Bevölkerungsgruppen. Die Kampfhandlungen fanden in der Tempelstadt Kandy und an anderen Orten in der Mitte und im Osten des Landes statt. Präsident Maithripala Sirisena erklärte den Notstand für einen Zeitraum von zehn Tagen.

Wieder Ausnahmezustand

2009 endete der Bürgerkrieg zwischen der Regierung und den tamilischen Separatisten. Zwei Jahre später, 2011, wurde wieder der Ausnahmezustand ausgerufen. Jetzt hat der Präsident erneut den Ausnahmezustand erneut erklärt.

Bei den Gewalttätigkeiten wurden im März 2018 zwei Menschen getötet. Die Unruhen in Sri Lanka brachen aus, nachdem ein singhalesischer buddhistischer Lastwagenfahrer getötet wurde. Dies geschah während eines Streits mit Jugendlichen im Bezirk Kandy. Infolgedessen drangen Gruppen von Singhalesen in muslimische Viertel ein und etwa 30 Häuser wurden zerstört. Auch Geschäfte und verschiedene Moscheen wurden zerstört, berichteten Anwohner.

Angriffe

Im Februar wurden muslimische Läden und eine Moschee im Osten der Insel angegriffen. Es gab das Gerücht, dass ein muslimischer Führer Verhütungsmittel in die Lebensmittel der Singhalesen eingeschleust hätte. Auf diese Weise würden die demographischen Gegebenheiten künstlich beeinflusst. Bei den Unruhen, die nach der Beerdigung des LKW-Fahrers entstanden, breitete sich die Gewalt aus. Am darauffolgenden Dienstag wurde die verbrannte Leiche eines Muslims in einem ausgebrannten Geschäft gefunden. In anderen Teilen Sri Lankas ist es vorläufig noch ruhig.

Zunehmende Spannungen

Im vergangenen Jahr nahm die Spannung zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen erheblich zu. Einige radikale buddhistische Gruppen beschuldigen Muslime, Menschen zu zwingen, zum Islam zu konvertieren. Außerdem wurde angeblich buddhistisches Kulturgut zerstört. Der nationalistische Extremismus nimmt in den letzten Jahren zu.

Rohingyas aus Myanmar

Islamische Rohingyas aus dem buddhistischen Myanmar haben in Sri Lanka Asyl beantragt. Manche Singhalesen sind dagegen - sie wollen nicht, dass die Rohingya in ihrem Land bleiben.

Premierminister Ranil Wickremesinghe hat bereits gesagt, dass die politischen Gruppierungen versuchen, Hass gegen Muslime zu schüren. Er hat nicht genau gesagt, welche Gruppen er damit meinte. Präsident Sirisena erklärte in einer Erklärung, dass die Polizei „unparteiisch gegen diejenigen vorgeht, die versuchen, ethnische und religiöse Spannungen zu verursachen".

Reise- und Sicherheitshinweise

Es gibt Regionen mit Sicherheitsrisiken auf der gesamten Insel. Das liegt daran, dass in diesen Gegenden bestimmte Funktionen der Polizei von Soldaten übernommen wurden. Darüber hinaus können Besucher mittels Social Media wie Facebook schwieriger Kontakt mit dem Ausland aufnehmen. WhatsApp, Instagram und Twitter sind von hier nicht zugänglich. Es wird empfohlen, sich über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten und die Anweisungen der örtlichen Behörden zu befolgen. Lesen Sie auch die aktuellen Reisehinweise.

Visum für Sri Lanka

Alle Deutschen und Österreicherinnen, die Sri Lanka besuchen, benötigen dafür ein Visum. Es gibt einige Schritte, die befolgt werden müssen, aber die Antragstellung ist nicht kompliziert. Die Beantragung eines Visums dauert nur fünf Minuten und kostet 49,95 € pro Person. Es ist möglich, dass mehrere Personen in einem Antrag zusammengefasst werden, jedoch aber muss pro Person bezahlt werden.

Die meisten Reisenden bleiben für eine Weile in Sri Lanka, was die Vermittlung eines Visums erleichtert. Wie in anderen Ländern muss der Pass des Reisenden noch mindestens sechs Monate gültig sein und leere Seite enthalten. Lesen Sie hier alle Voraussetzungen für das Sri Lanka Visum.

Wenn Sie Sri Lanka besuchen, können Sie online ein Visum Sri Lanka beantragen. Das ist nur eine Reisegenehmigung. Beantragen Sie diese Erlaubnis zumindest einige Tage vor Ankunft. Mit einem solchen Visum kann man dreißig Tage im Land bleiben. Es ist auch möglich, einen Eilantrag zu stellen - das kostet 17,50 € extra. Es gibt jedoch auch bei Eilanträgen keine Garantie dafür, dass das Visum pünktlich zugestellt wird. Beantragen Sie also rechtzeitig das Visum.