Artikel aus der Rubrik „Aktuell" | | 12.10.2020 | ±4 Minuten Lesezeit

Um die Ausbreitung des Coronavirus im Oman so weit wie möglich einzuschränken, wurde ab März die Landung aller kommerziellen internationalen Passagierflüge im Land verboten. Das höchste Regierungsorgan für die Bekämpfung von Covid-19 im Oman hat die Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs zum 1. Oktober erlaubt. Dadurch dürfen Personen mit einem Wohnsitz und gültiger Aufenthaltserlaubnis wieder im Oman einreisen, ohne erst einen Wiedereinreiseantrag beim Außenministerium genehmigen lassen zu müssen. Anträge auf ein Visum für den Oman werden von der Ausländerbehörde jedoch noch nicht bearbeitet.

Die aktuelle Situation im Oman

Oman hat, wie viele andere Länder auch, mit vielen Covid-19-Infektionen zu kämpfen. Vor allem in der und um die Hauptstadt Masqat und in der Provinz Dhofar an der Grenze zum Jemen wurden viele Infektionen gemeldet. Die Regierung von Oman hat umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich einzuschränken, unter anderem mittels eines Einreiseverbots für Reisende, die nicht ständig im Oman leben. Nur Personen, die entweder die omanische Staatsangehörigkeit oder die von einem der Länder des Golfkooperationsrats (Bahrain, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate) haben, sowie Personen mit einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung für den Oman, dürfen in den Oman einreisen.

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zielen darauf ab, das öffentliche Leben im Oman einzuschränken. Es gibt nur wenige Busverbindungen, insbesondere zwischen Masqat und anderen größeren Städten im Land. Versammlungen sind verboten, und Moscheen, Bildungseinrichtungen, Kinos, Parks, Museen, viele Hotels und sogar die Strände sind geschlossen. Einkaufszentren sind unter strengen Beschränkungen, zu denen die Verpflichtung zum Tragen eines Mundschutzes in den Geschäften gehört, geöffnet. Vom 11. bis zum 24. Oktober gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20:00 und 5:00 Uhr. Die Einhaltung der Coronaregeln wird von der omanischen Polizei streng kontrolliert. Verstöße werden mit einer hohen Geldstrafe oder sogar Festnahme bestraft.

Der internationale Flugverkehr wird schrittweise wieder aufgenommen

Seit dem 1. Oktober ist der Flugverkehr von und nach Oman wieder aufgenommen worden. Passagierflüge aus den folgenden Ländern dürfen derzeit im Oman landen: Ägypten, Bahrain, Bangladesch, Deutschland, Äthiopien, die Philippinen, Frankreich, Indien, Katar, Kuwait, Malaysia, die Niederlande, Pakistan, Saudi-Arabien, Sudan, Tansania, Thailand, der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Vereinigten Königreich. Das bedeutet jedoch nicht, dass Einwohner dieser Ländern auch wieder in den Oman reisen dürfen. Gegenwärtig dürfen nur Personen mit einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung für den Oman (z.B. Expats) und Reisende mit der Staatsangehörigkeit des Omans oder eines der Nachbarländer in den Oman einreisen.

Für Personen, die in den Oman einreisen dürfen, gelten zusätzlich eine Reihe von Auflagen. Reisende ab 15 Jahren müssen bei ihrer Ankunft auf eigene Kosten einen PCR-Test durchführen lassen. Personen, die sich nicht länger als 7 Tage im Oman aufhalten, müssen bis zum Erhalt des Testergebnisses in Selbstisolierung bleiben. Wer sich länger als eine Woche im Oman aufhält, muss 14 Tage in Quarantäne verbringen. Des Weiteren muss jede/-r Reisende sich über die Tarassud+-App registrieren, während des gesamten Aufenthaltes ein Tracking-Armband tragen und für diese Handlungen eine Servicegebühr von 25 OMR (ungefähr 55 Euro) entrichten. Darüber hinaus muss jede/-r, der/die nicht die omanische Staatsangehörigkeit besitzt, nachweisen können, dass er/sie über eine Versicherung verfügt, die die medizinischen Kosten für mindestens einen Monat abdeckt.

Die App des omanischen Gesundheitsministeriums, Tarassud+, dient dazu, die Bewegungen der Menschen und damit die Verbreitung von Covid-19 zu verfolgen. Außer Ausländer/-innen, die Oman besuchen, erhalten auch Personen, bei denen das Virus diagnostiziert wurde, das Armband, das mit dieser App gekoppelt wird. Auf diese Weise kann auch überprüft werden, ob Infizierte die Quarantänebestimmungen einhalten. Die App informiert die Benutzer auch über die Maßnahmen der lokalen Behörden zur Virusbekämpfung.

Visum Oman beantragen

Obwohl der Flugverkehr von und nach Oman schrittweise wieder aufgenommen wird, werden bisher noch keine Visa für Urlaubs- oder Geschäftsreisen für den Oman erteilt. Seit dem 1. Oktober dürfen außer Personen mit der omanischen Staatsangehörigkeit auch Personen mit der Staatsangehörigkeit eines der Länder des Golf-Kooperationsrates (Bahrain, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate) in das Land reisen und vor allem auch Personen mit einem Wohnsitz und gültiger Aufenthaltserlaubnis im Oman wieder einreisen, ohne erst einen Wiedereinreiseantrag beim Außenministerium genehmigen lassen zu müssen (dürfen also wieder ohne „Entry Permit” einreisen). Es ist noch nicht bekannt, ob Urlauber/-innen und Geschäftsreisende aus europäischen Ländern in absehbarer Zeit wieder in den Oman reisen dürfen. Das Auswärtige Amt rät, nur dann in den Oman zu reisen, wenn dies unbedingt notwendig ist (Einstufung als Risikogebiet).

Da die weitere Entwicklung der Situation im Oman und die zukünftigen Reisebeschränkungen für Europäer/-innen noch unklar sind, dürfte das Beste sein, mit der Beantragung eines Oman-Visums zu warten. Die Ausländerbehörde des Oman bearbeitet derzeit sowieso keine Anträge auf Touristenvisa. Normalerweise werden Visumanträge für den Oman nach 7 Tagen genehmigt. Reisende, die sehr kurzfristig reisen müssen und einen Eilantrag stellen müssen, erhalten in Zeiten, in denen keine Grenzschließung stattfindet, ihr Visum in der Regel bereits nach 4 Tagen. Visumanträge für zukünftige Reisen in den Oman können daher problemlos zu einem späteren Zeitpunkt gestellt werden.