Lesen Sie hier mehr über die Geschichte und Kultur von Myanmar und praktische Hinweise zum Reisen in Land. Myanmar ist eine noch wenig bereiste Urlaubsdestination in Südostasien und daher noch nicht von Touristenmassen überlaufen. Das macht das Land zu einem authentischen Reiseziel, das für Touristen viel zu bieten hat. Sie finden Tempelstätten aus der Antike und goldene Pagoden, aber auch eine atemberaubende Natur und eine sehr gastfreundliche Bevölkerung vor. Besuchen Sie z. B. die Tempel von Bagan und den Inle-See oder reisen Sie mit dem Zug durch das Land.


Zahlen und Fakten

HauptstadtNaypyidaw
SpracheBirmanisch
Einwohnerzahl53 Millionen
Religionbuddhistisch: 89%, christlich: 4%, muslimisch: 4%
WährungKyat (MMK)
Zeitunterschied4,5 (Sommerzeit) oder 5,5 Stunden (Winterzeit)
Flugdauer12 Stunden
StromsteckerTyp C, D, F of G (Reisestecker notwendig)
LeitungswasserNicht sicher zu trinken
VisumVisum erforderlich

Karte

Im Norden grenzt Myanmar an China, im Osten an Laos und Thailand. Im Westen sind Bangladesch und Indien die Nachbarländer. Die Ausläufer des Himalaya bilden die östlichen und westlichen Grenzen des Landes. Die Küste von Myanmar liegt am Golf von Bengalen und an der Andamanensee und hat eine Länge von fast 2.000 Kilometern. Das Land ist in sieben Staaten daneben sieben Regionen und außerdem einem Unionsterritorium unterteilt, die sich wiederum aus 67 Distrikten und 330 Gemeinden zusammensetzen. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt im Irrawaddy-Delta, einem fruchtbaren Gebiet zwischen den Gebirgsketten.


Geschichte

Ur- und Frühgeschichte und frühe Zivilisationen
Myanmar hat eine lange Geschichte; die ersten menschlichen Siedlungen sind 13.000 Jahre alt. Im 2. Jahrhundert v. Chr. entwickelten sich die ersten Stadtstaaten, die dem Volk der Pyu zugeordnet werden. Später - vor allem im Süden Myanmars - gewann das Volk der Mon an Bedeutung, das jedoch erst ab dem 10. Jahrhundert belegbar ist. Mitte bis Ende des 9. Jahrhunderts gründete das Volk der Bamar, das heute die größte ethnischen Gruppe in Myanmar ist, eine kleine Stadt, eigentlich einen Stadtstaat,im heutigen Staatsgebiet von Myanmar, die sie Bagan nannten. Bagan wuchs allmählich und annektierte die umliegenden Staaten. König Anawrahta gründete nach der Unterwerfung der Mon (1058) und der Eroberung des Irrawaddy-Deltas das erste birmanische Königreich („Königreich von Bagan“). Das Bagan-Königreich wuchs weiter, bis es im 13. Jahrhundert von den Mongolen angegriffen wurde und in kleine Staaten zerfiel.

Britische Kolonialherrschaft und japanische Invasion
Im 19. Jahrhundert wurde das Land von den Briten kolonisiert und anschließend Teil von Britisch-Indien. Nach drei Kriegen mit den Briten, die zu einer völligen Unterwerfung Birmas unter die Briten führte, gab es viel Widerstand gegen die britischen Machthaber und kam es zu gewalttätigen Protesten. Die britische Kolonisierung hatte drastische Folgen für die Gesellschaft; die Briten dominierten das gesellschaftliche Leben in Burma. Während des Zweiten Weltkriegs griffen japanische Truppen das Land an, wobei es zu heftigen Gefechten zwischen den britischen Truppen, die im Land stationiert waren und den Japanern kam. Einerseits erklärte eine Marionettenregierung der Japaner 1943 die Unabhängigkeit Birmas von England, andererseits kämpfte eine breit getragene Widerstandsbewegung gegen die japanische Besatzungsmacht, bis die Alliierten die Japaner - jedoch erst im Juli 1945 - besiegten.

Unabhängigkeit
Vorübergehend gelangte Birma wieder unter britische Herrschaft. Am 4. Januar 1948 jedoch wurde Birma im Rahmen der Dekolonisation nach dem 2. Weltkrieg in die Unabhängigkeit entlassen. Darauf folgte eine instabile Zeit mit Aufständen verschiedener Völker, die mehr Autonomie wollten. Die Regierung wurde 1958 von General Ne Win dazu gedrängt, die Macht an das Militär zu übergeben, wobei 1960 jedoch neuerlich demokratische Wahlen stattfanden. Ab 1962 wurde das Land diktatorisch von einem Militärregime, auch Junta genannt, regiert.

Aktuelle Entwicklungen
Im Jahr 2007 kam es zu Protesten gegen die Junta, die von buddhistischen Mönchen und Nonnen angeführt wurden, die Safran-Revolution. Die Junta ging hart vor und setzte die Armee gegen die Demonstranten ein. Die Aufstände führten 2011 zum Ende der Militärregierung und eine neue Verfassung trat in Kraft. Thein Sein wurde der neue Präsident von Myanmar, der erste demokratisch gewählte seit 50 Jahren.

Seit 2011 hat sich die politische Lage im Land stabilisiert, auch wenn es nach wie vor schwere Konflikte gibt. Die Rohingya, eine ethnische muslimische Minderheit im Westen Myanmars, hat mit Unterdrückung und Vertreibung zu kämpfen. Im Jahr 2017 wurden viele Dörfer der Rohingya in Brand gesteckt und ungefähr 700.000 Rohingya flohen nach Bangladesch. Die Sonderbotschafterin der UNO, Yanghee Lee und viele Menschenrechtsorganisationen sprechen von Völkermord, was von der Regierung Myanmars, die von illegaler Einwanderung durch Rohingya spricht, abgestritten wird.

Fischer


Klima

Der größte Teil von Myanmar hat ein tropisches Savannenklima. Das Land hat nur drei Jahreszeiten: Winter, Sommer und eine Monsunzeit. Der Winter dauert von Ende Oktober bis Februar, der Sommer von März bis Ende Mai und die Monsunzeit von Ende Mai bis Mitte Oktober.

Die beste Reisezeit
Während der Monsunzeit wird das Land von heftigen Niederschlägen getroffen und einige Orte im Land sind dann schwer erreichbar. Gleichzeitig sorgen die Regenfälle für wunderschöne Landschaften mit intensiv wachsenden Blumen und Pflanzen. Im Sommer können die Temperaturen bis weit über 35° Celsius steigen und dadurch kann es sehr warm und schwül werden. Der Winter (von Oktober bis Februar) gilt allgemein als die beste Reisezeit für Myanmar. Die Temperaturen liegen dann zwischen 17 und 24° Celsius und es gibt kaum Niederschläge.


Kultur

Die Bevölkerung Myanmars besteht aus fast einhundert verschiedenen ethnischen Gruppen. Die größten ethnischen Gruppen sind die Bamar - auch Burmesen genannt - (68%), Shan (9%), Karen (6%), Arakanesen (5%), Chinesen (3%), Rohingya (2,5%), Mon (2%) und Kachin (1%). Die meisten ethnischen Minderheiten leben in Berggebieten und haben ihre eigene Sprache und Bräuche. Mehrere Minderheiten streben nach mehr Autonomie und stellen sich gegen die Regierung.

Der größte Teil der Bevölkerung Myanmars ist buddhistisch. Buddhistische Einflüsse sind in der Architektur zu erkennen, in den vielen Tempeln, Pagoden und Stupas. Achten Sie beim Besuch von Heiligtümern darauf, dass Sie sich respektvoll verhalten. Tempel dürfen nur barfuß und mit ausreichend bedeckender Kleidung besucht werden. Wenn Sie eine Pagode oder Stupa besuchen, müssen Sie im Uhrzeigersinn gehen. Bitte beachten Sie auch, dass es unerwünscht ist, Bilder von Buddhastatuen zu machen. Offene Kritik am Buddhismus kann sogar zu Gefängnisstrafen führen.

Naamgeving Myanmar

In der englischen Sprache wird das Land oft Birma genannt, in der deutschen Myanmar
Beide Namen, Birma und Myanmar, werden verwendet, aber welcher ist jetzt der richtige Name für das Land? Bis Ende der 80er Jahre hieß das Land "Birma", heute ist "Myanmar" der offizielle Name. Das ist jedoch umstritten. Birma, englisch Burma, ist der Name, den die Briten dem Land gaben, als sie das Gebiet regierten. Dieser Name stammt von der größten ethnischen Gruppe des Landes, den Bamar. 1989 wurde dieser Name durch das Militärregime in Myanmar geändert, um nicht an die Kolonialzeit zu erinnern. In einigen Ländern ist der Name Myanmar eingebürgert, so auch in Deutschland, aber in einigen anderen Ländern (einschließlich Großbritannien und die USA) wird vielfach weiterhin der Name Burma benutzt, da die Junta die Namensänderung in Myanmar beschlossen hatte. Aktueller Stand der Dinge ist, dass in den USA und Großbritannien beide Namen immer mehr durcheinander verwendet werden, manchmal auch in der Formulierung “Myanmar, auch Burma genannt”.


Geld

In Myanmar ist der Kyat die Landeswährung. 1 Euro entspricht derzeit ungefähr 1.500 Myanmar Kyat (MMK). Die Lebenshaltungskosten in Myanmar sind für westliche Touristen sehr günstig. Das Land ist im Allgemeinen teurer als andere südostasiatische Länder, wie z. B. Thailand oder Vietnam. In Herbergen schlafen Sie ab 10 USD pro Nacht, ein durchschnittliches Hotelzimmer kostet zwischen 25 und 50 USD pro Nacht. Eine komplette Mahlzeit ist an einem Stand auf der Straße für 2 bis 5 Euro erhältlich, in einem örtlichen Restaurant für 7 bis 10 Euro.

Die billigste Art, in Myanmar zu bezahlen, besteht darin, gelegentlich einen Betrag am Geldautomaten abzuheben und dann damit bar zu bezahlen. Myanmar war lange Zeit für Touristen geschlossen. Dadurch ist es an vielen (abgelegenen) Orten nicht möglich, mit einer Debitkarte zu bezahlen oder Geld am Automaten abzuheben. In den Großstädten gibt es jedoch genug Geldautomaten. In der Regel ist es billiger, mit einer Bankkarte Geld abzuheben als mit einer Kreditkarte, da Kreditkartenunternehmen für Auslandstransaktionen höhere Kosten berechnen. Es wird jedoch empfohlen, vorsichtshalber eine Kreditkarte auf die Reise mitzunehmen, um eine Zahlungsmöglichkeit hinter der Hand zu haben, wenn die Bankkarte nicht akzeptiert wird.

Bitte beachten Sie, dass viele Banken die Möglichkeit von Abhebungen mit der Bankkarte an einem Automaten außerhalb Europas als Sicherheitsmaßnahme als Norm deaktiviert haben. Erkundigen Sie sich daher vor Ihrer Abreise bei Ihrer Bank, ob Sie Ihre Debitkarte für die Verwendung außerhalb Europas aktivieren müssen. Dies lässt sich oft einfach über die Website oder die App der Bank machen.


Transport

Mit der wachsenden Zahl von Touristen in Myanmar werden die Infrastruktur und die Transportmittel langsam besser. Das meistgenutzte Transportmittel in Myanmar ist der Bus. Busse sind relativ billig und verkehren zwischen allen größeren Städten und anderen touristischen Orten. Zwischen einer Reihe von Städten können Sie auch mit dem Zug fahren. Die Strecke von Mandalay nach Hsipaw ist bekannt als eine beeindruckende Zugstrecke mit wunderbaren Aussichten. Allerdings ist die Eisenbahn in Myanmar nicht überall in gutem Zustand, dass der Bus oft schneller ist als der Zug. Von Mandalay nach Bagan kann man auch mit dem Boot reisen. von den drei Möglichkeiten (Zug, Bus oder Boot) ist die Passage mit der Fähre die teuerste, aber auch die landschaftlich reizvollste Variante. Innerhalb der großen Städte sind (Fahrrad-)Taxis eine gute Option.

Die meisten Reisenden beginnen ihre Reise in Rangun (Yangon) oder Mandalay. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind von diesen zentralen Städten aus leicht erreichbar. Viele Reisende besuchen zumindest die Tempelanlage von Bagan, die Shwedagon-Pagode in Rangun, den Goldenen Felsen, den Inle-See und Mount Popa, ein buddhistisches Kloster auf dem Gipfel eines Vulkans.

Luftballonen

Reisen im Schatten der Junta
Obwohl die Diktatur der Junta im Jahr 2011 formell endete, ist ein großer Teil der Bevölkerung noch immer nicht frei in unserem Sinne und ist Armut weitverbreitet. Die Armee hält immer noch einen großen Teil der Macht in ihren Händen. Viele Reisende meiden Myanmar, weil sie keinen Beitrag zum Militärregime leisten wollen. Die meisten großen Hotels und berühmten Sehenswürdigkeiten befinden sich in den Händen des Staates. Nichtsdestotrotz kann gerade eine Reise nach Myanmar die lokale Bevölkerung unterstützen, indem man Geld in lokalen Restaurants ausgibt und lokal produzierte Produkte kauft.


Visum

Obwohl die Diktatur der Junta im Jahr 2011 formell endete, ist ein großer Teil der Bevölkerung noch immer nicht frei in unserem Sinne und ist Armut weitverbreitet. Die Armee hält immer noch einen großen Teil der Macht in ihren Händen. Viele Reisende meiden Myanmar, weil sie keinen Beitrag zum Militärregime leisten wollen. Die meisten großen Hotels und berühmten Sehenswürdigkeiten befinden sich in den Händen des Staates. Nichtsdestotrotz kann gerade eine Reise nach Myanmar die lokale Bevölkerung unterstützen, indem man Geld in lokalen Restaurants ausgibt und lokal produzierte Produkte kauft.
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Sicherheit und Gesundheit

Für einige Gebiete in Myanmar gilt eine Reisewarnung. Es handelt sich dabei um Norden des Rakhaing-Staates (ausgenommen die Stadt Sittwe), den nördlichen Teil des Kachin- und Shan-Staates und die Grenzregionen der Staaten Chin, Shan, Mon, Kayin, Kayah und der Sagaing Region. Das Außenministerium rät davon ab, diese Gebiete zu besuchen, wenn dies nicht äußerst notwendig ist. Bewaffnete ethnische Gruppen sind in den Gebieten aktiv. Die Touristenattraktionen sowie die berühmtesten Städte wie Rangun, Mandalay und Bagan liegen jedoch in sicheren Gebieten. Reisende brauchen sich im Allgemeinen keine Sorgen zu machen, solange sie aufmerksam bleiben und Demonstrationen vermeiden.

Tempel

Da in Myanmar Malaria vorkommt, wird im Allgemeinen die Einnahme von Malariaprophylaxe empfohlen. Darüber hinaus werden Impfungen gegen Hepatitis A und Diphtherie, Tetanus und Polio für alle Reisenden empfohlen. Eine Gelbfieberimpfung kann obligatorisch sein, wenn Sie aus einem Land kommen, in dem Gelbfieber auftritt. Abhängig von der Dauer Ihrer Reise und den zu besuchenden Orten können einige andere Impfungen, wie Mumps, Masern, Röteln, Typhus, Hepatitis B, Tuberkulose, Tollwut und Japanische Enzephalitis, ratsam sein. Wir empfehlen, vor der Reise Kontakt mit Ihrem/-r Hausarzt/-ärztin oder einem/-r Impfspezialisten/-in aufzunehmen.

Beachten Sie bitte, dass homosexuelle Handlungen in Myanmar strafbar sind und sogar mit lebenslangen Gefängnisstrafen geahndet werden.