Neuseeland wird von vielen Reisenden als das schönste Land der Welt gesehen. Wegen seiner unberührten Natur mit Berglandschaften, Geysiren, Fjorden, Regenwäldern und Stränden, aber auch Großstädten wie Wellington und Auckland hat das Land für jede/-n etwas zu bieten. Lesen Sie hier alles über das Land der Kiwis und der Maori.


Zahlen und Fakten

Neuseeland liegt auf der Europa gegenüberliegenden Seite der Weltkugel, etwa 22 Flugstunden von Deutschland, Österreich und der Schweiz entfernt. Viele Reisende machen daher einen Zwischenstopp in Hongkong oder Singapur, bevor sie nach Neuseeland weiterfliegen. Das Land hat mehr als 4,8 Millionen Einwohner, davon etwa eine halbe Million Maoris, die die ursprünglichen Einwohner der Inseln sind.

HauptstadtWellington
SpracheEnglisch, Maori, neuseeländische Gebärdensprache
Gesamtfläche275.042 km²
Einwohnerzahl4,8 Millionen
ReligionChristentum (56 %), viele Religionslose, Hinduismus (2,3 %), Buddhismus (1,5 %) und Islam (1,2 %)
WährungNeuseeland-Dollar (NZD)
Zeitunterschied10 (Sommerzeit) bis 12 Stunden (Winterzeit)
FlugdauerUngefähr 22 Stunden
StromTyp I (Reisestecker benötigt)
LeitungswasserSicher zu trinken
VisumVisum (NZeTA) erforderlich

Geographie

Neuseeland ist eine Inselgruppe im südwestlichen Pazifik und gehört damit zu Ozeanien. Das Land besteht aus zwei großen Inseln, der Nord- und Südinsel, und mehr als 700 kleineren Inseln. Die Nord- und Südinsel werden durch die Cookstraße, einer der stürmischsten Meeresstraßen der Welt, getrennt. Die Meerenge wurde nach James Cook benannt, der als erster Europäer durch diese Straße segelte. Die Fährüberfahrt zwischen den beiden Inseln dauert etwas mehr als drei Stunden. Die Nordinsel ist am dichtesten besiedelt. Die größte Stadt Neuseelands, Auckland, und die Hauptstadt Wellington liegen beide auf der Nordinsel. Die Nordinsel ist vulkanisch mit einigen immer noch aktiven Vulkanen. Die Südinsel, die größte Insel Neuseelands, ist gebirgig, mit 17 Gipfeln über 3.000 Metern. Die Südinsel hat abwechslungsreiche Landschaften mit Gletschern, Wasserfällen, Fjorden und Tälern, aber auch Sandstränden.


Geschichte

Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Geschichte Neuseelands relativ jung. Die Insel ist eines der letzten Länder, das von Menschen besiedelt wurde. Die ersten Bewohner, die Vorfahren der heutigen Maori, kamen von den polynesischen Inseln nach Neuseeland. Historiker sind sich nicht einig, wann genau Neuseeland zum ersten Mal bewohnt wurde. Die ersten Siedlungen entstanden zwischen 1250 und 1300 n. Chr.

Europäische Entdeckungsreisen
Die ersten Europäer, die Neuseeland erreichten, waren der niederländische Kapitän Abel Tasman und seine Besatzung. Im Auftrag des Gouverneurs der niederländisch-ostindischen Gesellschaft (der VOC) verließen sie Batavia in Indonesien (das heutige Jakarta) um das erwartete „große Südland“ südlich des heutigen Australiens zu suchen. Die Männer wurden von den Maoris angegriffen und einige von ihnen wurden getötet. Abel Tasman ist es nicht gelungen, mit den Maoris Handel zu treiben. Die kleine Insel südlich von Australien, die Abel Tasman zunächst entdeckte (und die zu Australien gehört), wurde später Tasmanien genannt, und das von Kapitän Tasman entdeckte Land wurde nach der niederländischen Provinz Zeeland (auf Deutsch: Seeland, darum Neuseeland) benannt.

Der englische Kapitän James Cook unternahm ein Jahrhundert später, zwischen 1769 und 1774, zwei Reisen um die Welt und entdeckte dabei die Passage zwischen der Nord- und der Südinsel und dass es sich bei Neuseeland daher um zwei getrennte Inseln handelte. Cook unterhielt gute Kontakte zu den Einheimischen und es gelang ihm, mit den Maoris Handel zu treiben.

Englische Kolonie
Ab 1870 erreichten Walfänger aus Frankreich und Großbritannien Neuseeland und einige Jahre später ließen sich die ersten Europäer auf der Insel nieder. Die europäischen Aktivitäten hatte großen Einfluss auf die Maori. Außer den Handelsprodukten brachten die Europäer auch Krankheiten und Waffen nach Neuseeland. Zwischen den Maoris untereinander und zwischen den Maoris und Europäern brachen regelmäßig Konflikte aus. Um die Feindseligkeiten zu beenden, und die Gründung einer französischen Kolonie auf der Südinsel zu verhindern, unterzeichneten einige Maori-Häuptlinge und Vertreter der britischen Krone 1840 den Vertrag von Waitangi. Darin wurde festgelegt, dass Neuseeland eine britische Kolonie wird. Der Vertrag bot den unterzeichnenden Maoris Schutz und gab ihnen die Garantie, ihren Besitz zu behalten. Im Gegenzug erkannten die Maoris die Souveränität des Vereinigten Königreichs an.

In den folgenden Jahren kam es zu Zwistigkeiten zwischen den Briten und den Maoris, da der Vertrag von Waitangi unterschiedlich interpretiert wurde, die Vereinbarungen nicht überall eingehalten wurden und die englischen Siedler immer mehr Land beanspruchten. Die bewaffneten Konflikte werden auch als Maori-Kriege bezeichnet. Nach den Auseinandersetzungen betrug die Zahl der Māori 1891 nur noch 44.000 gegenüber 120.000 vor dem Jahr 1820.

Schon vor der Jahrhundertwende setzte Neuseeland im Umgang mit der ursprünglichen Bevölkerung Maßstäbe, die für den Rest der Welt zur damaligen Zeit noch unmöglich schienen. Das Land konnte sich bereits seit 1852 aufgrund des New Zealand Constitution Act 1852 relativ selbstständig verwalten und ab 1867 bekamen auch die männlichen Māori das Wahlrecht und Sitze im Parlament. Am 8. September 1893 wurde das Gesetz, das Neuseeländerinnen mit britischer Staatsbürgerschaft ab 21 Jahren das aktive Frauenwahlrecht verlieh, beschlossen. Maorifrauen waren dabei miteingeschlossen. Während des Zweiten Weltkriegs kämpften neuseeländische Soldaten zusammen mit Australien in Europa, Afrika und Asien gegen die Deutschen und Japaner.

Unabhängigkeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Neuseeland 1947 durch die Akzeptanz des Statuts von Westminster unabhängig. Das Land wurde ein autonomer Teil des Britischen Commonwealth. Die Agrarwirtschaft florierte und Neuseeland wurde einige Jahre lang das wohlhabendste Land der Erde. Das Land änderte 1967 seine Währung vom Pfund Sterling auf den Neuseeland-Dollar und entwickelte sich am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts zu einem Industrieland mit freier Marktwirtschaft und einem starken Agrarsektor. In den 1970er und 1980er Jahren positionierte sich Neuseeland stark gegen Atomwaffen und Atomkraft, was zu einem Konflikt mit sowohl Frankreich als auch den Vereinigten Staaten führte. In Neuseeland entstand eine Protestbewegung gegen die von Frankreich in Französisch-Polynesien durchgeführten Atomtests. Darüber hinaus fanden im Land Proteste gegen die amerikanischen Kriegsschiffe statt, die mit Kernenergie betrieben wurden und der Premierminister verbot diesen Schiffen das Anlegen in neuseeländischen Häfen.

Auckland


Klima

Neuseeland hat im Allgemeinen ein Seeklima mit milden Wintern und relativ warmen Sommern. Das bedeutet, dass die Temperaturen im Durchschnitt zwischen 20 und 25 Grad im Sommer und zwischen 10 und 15 Grad im Winter liegen. Die meisten Niederschläge fallen im Westen des Landes, wo es das ganze Jahr über regnen kann. An der Ostseite Neuseelands gibt es dagegen weniger Niederschläge. Die Jahreszeiten in Neuseeland sind das genaue Gegenteil der Jahreszeiten in Nordwesteuropa. Der Sommer findet in Neuseeland von Dezember bis Februar statt, der Winter von Juni bis August. Das Wetter in Neuseeland kann sehr wechselhaft und unvorhersehbar sein. Die Temperaturen können sich innerhalb eines Tages nämlich erheblich ändern.

Monat
Durchschnittliche max. Temperatur in °C
ø max. Temp. in °C
Durchschnittliche min. Temperatur in °C
ø min. Temp. in °C
Durchschnittliche Anzahl Regentage
ø Regentage
Januar22149
Februar23148
März211211
April181011
Mai16714
Juni14514
Juli13315
August14415
September15714
Oktober17913
November191112
Dezember211312

Bevölkerung und Kultur

Die Mehrheit der neuseeländischen Bevölkerung (etwa 68 Prozent) stammt von europäischen Einwanderern ab, unter anderem aus Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland, Italien, Polen und Irland. Diese Neuseeländer europäischer Abstammung werden Pākehā genannt, der Name, den die Maoris für die Siedler benutzten, die im 18. Jahrhundert nach Neuseeland kamen. Die Maoris machen etwa 15 Prozent der Bevölkerung aus. Die restlichen 17 Prozent der Bevölkerung Neuseelands bestehen aus Asiaten und Personen, die von den umliegenden Inseln Mikronesiens, Polynesiens und Melanesiens kommen.

Die am weitesten verbreitete Religion in Neuseeland ist das protestantische Christentum. Die anglikanische Kirche ist die größte, gefolgt von der presbyterianischen und der katholischen Kirche. Die Zahl der Christen in Neuseeland ist jedoch rückläufig. Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es in Neuseeland viele Menschen, die angeben, keine Religionszugehörigkeit zu haben.

Die Kultur Neuseelands ist eine Kombination aus der Kultur der europäischen Immigranten und der Kultur der Maori. Englisch ist zwar die meistverwendete Sprache und auch in der Verwaltung und Gesetzgebung wird Englisch verwendet, aber nur Maori (Te Reo Maori) und die neuseeländische Gebärdensprache sind die Amtssprachen in Neuseeland. Die schriftliche Version der Maori wurde ursprünglich nur von älteren Maoris und bei Zeremonien verwendet. Heutzutage wird der Sprache mehr Aufmerksamkeit geschenkt. So wird sie beispielsweise in Schulen unterrichtet, und es wurde ein Maori-Fernsehkanal geschaffen, um ihren Gebrauch zu fördern und das Aussterben der Sprache zu verhindern.

Die Maoris sind als ein künstlerisch begabtes Volk mit einer starken Verbindung zur Natur bekannt. Der traditionelle Tanz der Maori ist der Haka, eine Zeremonie, in der sie die Götter anrufen. Der Tanz wird nach wie vor zu verschiedenen Anlässen wie Hochzeiten und Beerdigungen, aber auch bei Sportveranstaltungen gepflegt. Darüber hinaus sind die Maori für ihre Holz- und Steinskulpturen bekannt.

Aoraki


Geld

Die Währung Neuseelands ist der Neuseeland-Dollar. Ein Neuseeland-Dollar ist derzeit etwa 0,55 € wert. Im Allgemeinen werden in Neuseeland deutsche, österreichische und Schweizer Bankkarten mit dem Cirrus- oder Maestro-Logo akzeptiert. Euro können in Banken und Wechselstuben getauscht werden, aber es ist in der Regel billiger, mit einer Bankkarte Geld an einem Geldautomaten abzuheben. Es ist auch möglich, mit einer Kreditkarte Bargeld abzuheben, jedoch werden dafür oft hohe Gebühren berechnet. Trotzdem ist es ratsam, sicherheitshalber auch eine Kreditkarte mitzunehmen, für den Fall, dass die Bankkarte einmal nicht akzeptiert wird. Bitte beachten Sie außerdem, dass viele Banken die Verwendung von Debitkarten außerhalb Europas aus Sicherheitsgründen standardmäßig blockieren. Die Möglichkeit der Verwendung außerhalb Europas kann in der Regel auf der Website der Bank geregelt werden.

In Neuseeland ist es nicht üblich Trinkgeld zu geben, auch nicht in Restaurants oder Bars. Wenn der Service sehr gut ist, wird manchmal ein kleines Trinkgeld von bis zu 10 Prozent gegeben.


Visum (NZeTA)

Seit dem 1. Oktober 2019 müssen deutsche, österreichische und Schweizer Reisende vor ihrer Abreise nach Neuseeland eine NZeTA (New Zealand electronic Travel Authority) beantragen. Das NZeTA-Visum ist zwei Jahre gültig und kann für mehrere Reisen verwendet werden. Jeder einzelne Besuch in Neuseeland darf bis zu 3 Monate dauern.

Urlaubs- und Geschäftsreisende, deren Reise die Voraussetzungen für die Verwendung erfüllt, können die NZeTA problemlos online beantragen und müssen kein besonderes Visum beantragen. Das NZeTA-Visum wird mit dem Online-Formular in wenigen Minuten beantragt. Die Kosten bezahlen Sie sicher und einfach mit Sofortüberweisung, Giropay, eps-Überweisung, Kreditkarte oder PayPal. Nach der Begleichung der Kosten erhalten Sie das Visum in der Regel innerhalb von 5 Arbeitstagen per E-Mail.

Bei der Beantragung eines Visums für Neuseeland (NZeTA) muss zusätzlich zu den Kosten für das Visum selbst eine Touristenabgabe, eine Art Kurtaxe, entrichtet werden. Diese Abgabe wird International Visitor Conservation and Tourism Levy (IVL) genannt und wird zur Erhaltung und zum Schutz der Natur, zur Verbesserung der Infrastruktur und zum Ausbau der Tourismusindustrie in Neuseeland verwendet. Wenn ein Visumantrag auf VisumAntrag.de gestellt wird, ist die Gebühr für die IVL bereits in den Kosten für das Visum enthalten.
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Beach


Sicherheit und Gesundheit

Sicherheitsrisikos
Neuseeland ist eines der sichersten Länder der Welt mit einem stabilen politischen System und wenigen Gewaltverbrechen. Im Jahr 2019 wurden Terroranschläge auf zwei Moscheen verübt, die zahlreiche Tote und Verletzte forderten. Seither wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, und die Behörden haben ein System entwickelt, um den Grad der Bedrohung durch Terrorismus anzugeben. Die Sicherheitsrisiken sind derzeit mit denen in Deutschland vergleichbar. Die Empfehlung ist, wertvolle Dokumente an einem sicheren Ort aufzubewahren und Wertsachen nicht unbeaufsichtigt zu lassen.

Die größten Gefahren sind in der Natur vorhanden, denn das Wetter im Land kann sehr schnell umschlagen. Nehmen Sie daher beim Wandern, auch bei kurzen Wanderungen im Gebirge und in abgelegenen Gegenden, immer warme Kleidung, Wasser, Lebensmittel und Sonnenschutz mit. In bestimmten (abgelegenen) Gebieten Neuseelands haben Handys keinen Empfang. Neuseeland liegt außerdem in einem Gebiet, in dem Erdbeben und tropische Stürme oder Zyklone auftreten. Darüber hinaus gibt es im Land aktive Vulkane. Beim Vulkanausbruch auf White Island im Jahr 2019 kamen 19 Menschen ums Leben. Behalten Sie die lokalen Medien für die aktuellen Wettervorhersagen im Auge.

Für eine Urlaubs- oder Geschäftsreise nach Neuseeland werden keine zusätzlichen Impfungen oder prophylaktische Medikamente empfohlen.