Immer mehr Reisende entscheiden sich dafür, neben den bekannteren Reisezielen in Südostasien wie Thailand und Vietnam, auch Kambodscha zu besuchen. Ein Pflichtziel für die meisten Reisenden in Kambodscha ist die Tempelanlage von Angkor Wat, aber das Land hat viel mehr zu bieten. Erleben Sie die wunderschönen Landschaften mit weißen Sandstränden, Reisfeldern und grünen Hügeln und erfahren Sie mehr über die bewegte, aber schreckliche Geschichte des Landes.


Zahlen und Fakten

In Kambodscha leben mehr als 16 Millionen Menschen, von denen die meisten dem buddhistischen Glauben anhängen. Die Hauptstadt des Landes ist Phnom Penh mit ungefähr eineinhalb Millionen Einwohnern. Die offizielle Sprache Kambodschas ist Khmer, die von 95% der Einwohner gesprochen wird. Daneben werden in geringem Umfang Vietnamesisch, Chinesisch und Cham, die Sprache eines Volks, das über mehrere südostasiatische Staaten verteilt lebt, gesprochen. Um nach Kambodscha zu reisen, benötigen Sie ein Visum, das einfach online beantragt werden kann. Es ist empfehlenswert, das Visum vor der Abreise online zu beantragen, wenn Sie die Voraussetzungen für die Verwendung dieses Visum erfüllen.

HauptstadtPhnom-Penh
SpracheKhmer
Gesamtfläche181.035 km²
Einwohnerzahl16 Millionen
Religionbuddhistisch (96%), muslimisch (2%)
WährungKambodschanische Riel (KHR)
Zeitunterschied5 (Sommerzeit) oder 6 Stunden (Winterzeit)
Flugdauer11 bis 12 Stunden
StromTyp A, C oder G (Reisestecker benötigt)
LeitungswasserNicht sicher zu trinken
VisumVisum erforderlich

Geographie

Das Königreich Kambodscha ist ein südostasiatisches Land, das an Thailand, Vietnam und Laos grenzt und im Süden von einer Küstenlinie von etwa 441 km Länge umfasst wird. Das Land mit einer Gesamtfläche von mehr als 181.000 km² ist in 24 Provinzen und dem Sonderverwaltungsgebiet Phnom Penh unterteilt. Der Mekong, der längste Fluss Südostasiens, fließt von Laos im Norden durch Kambodscha nach Vietnam im Südosten. Fast alle Grenzen zu den Nachbarländern werden durch Mittelgebirge gebildet. Das Landesinnere von Kambodscha besteht aus fruchtbarem Tiefland. Das Land ist von großen Flüssen und Seen durchzogen. Bemerkenswert ist vor allem der Tonlé Sap See, der größte Süßwassersee Südostasiens, der durch den Tonle-Sap-Fluss mit dem Mekong verbunden ist. Die Oberfläche dieses Sees kann während der Regenzeit bis zu 16.000 km² erreichen.


Geschichte

Die Entstehung des Staats Kambodscha
Im 1. Jahrhundert n. Chr. entstanden in Indochina die Reiche Funan und Zhenla. Im 6. Jahrhundert übernahm Zhenla das hinduistisch geprägte Funan, und es entstand ein Großreich, das 250 Jahre lang die vorherrschende Macht der Region war. Die Periode von der Übernahme der Macht durch Zhenla bis zur Verlegung des Machtzentrums nach Westen in die Nähe des Tonie-Sap-Sees, also nach Angkor, wird die Prä-Angkor-Periode genannt.

Im neunten Jahrhundert entstand das Khmer-Reich, dessen Hauptstadt seit 889 n. Chr. Angkor war. In diese Zeit fällt auch die kulturelle Blüte; der damals errichtete Tempelkomplex Angkor Wat, der wahrscheinlich umfangreichste Komplex religiöser Bauwerke in der Welt, ist noch immer zu besichtigen. Das Khmer-Reich erstreckte sich über weite Teile Südostasiens. Zum Reich gehörten außer dem heutigen Kambodscha auch große Teile der heutigen Staaten Laos und Thailand sowie ein Teil Vietnams. Nach mehreren Kriegen mit Thai-Königreichen wurde 1432 die Hauptstadt Angkor durch die Thai erobert und das Volk der Khmer verlegte seine Hauptstadt nach Phnom Penh, die heute noch die Hauptstadt Kambodschas ist.

Französische Kolonialherrschaft und Vietnamkrieg
Vom 11. August 1863 bis zum 9. November 1953 wurde Kambodscha von Frankreich regiert. Zunächst wurde Kambodscha ein französisches Protektorat und am 17. Oktober 1887 ging es gemeinsam mit den vietnamesischen Protektoraten Tonkin en Annam und später auch Laos in der Indochinesischen Union auf. 1953 wurde das Königreich Kambodscha unter König Sihanouk, der das Land als Autokrat regierte, von Frankreich unabhängig.

Im Vietnamkrieg wurde Kambodscha von amerikanischen Bombern schwer getroffen. Kambodscha war nach Laos das am schwersten bombardierte Land in Südostasien, obwohl es im Vietnamkrieg neutral war. Die Amerikaner vermuteten, dass es von Nordvietnam aus eine Route durch Laos und Ostkambodscha gab, um den Vietcong mit Truppen und Vorräten zu unterstützen. Die Bombardements führten zu schätzungsweise 600.000 zivilen Opfern in Kambodscha.

Rote Khmer
1970 stürzten kambodschanische Offiziere unter Führung von General Lon Nol die Regierung von König Sihanouk und riefen die Khmer-Republik aus. Ein Bürgerkrieg brach aus, und Sihanouk schloss sich den Kommunisten, später die Rote Khmer genannt, an. Das Ziel der Roten Khmer war die Schaffung einer egalitären Gesellschaft nach Maos Vorbild. 1975 eroberten sie die Hauptstadt Phnom Penh, während zur gleichen Zeit die Vietcong den Süden Vietnams einnahmen. Unter der Führung von Ministerpräsident Pol Pot wurde versucht, Kambodscha in einen kommunistischen Agrarstaat zu verwandeln. Es kam zu Zwangsumsiedelungen von der Stadt auf das Land, zu Zwangsarbeit, Kollektivierung und Massentötungen. Wer nicht kooperierte oder das Regime nicht unterstützte, wurde dazu gezwungen oder in Foltergefängnissen verhört. Unter seiner Herrschaft wurden 1,7 bis 2,2 Millionen Kambodschaner ermordet, ein Fünftel bis ein Viertel der Bevölkerung.

Aktuelle Entwicklungen
1978 marschierte die vietnamesische Armee in Kambodscha ein und die Roten Khmer wurden in den Nordwesten des Lands zurückgetrieben. Die Roten Khmer führte in den 1980er Jahren mit Unterstützung Chinas einen Guerillakrieg gegen die neue kambodschanische Regierung. 1991 wurde ein Friedensvertrag unterzeichnet und Kambodscha fiel unter die Verwaltung der Vereinten Nationen. 1993 wurden im Land zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Wahlen abgehalten und Sihanouk wurde wieder König. Die Lage im Land blieb jedoch bis 2003 instabil. Gegenwärtig wird das Land von der KPCh (Kambodschanische Volkspartei) regiert.

Monnik


Klima

Kambodscha hat ein tropisches Monsunklima, wodurch es das ganze Jahr über warm ist. Die Temperatur schwankt zwischen durchschnittlich 30 Grad Celsius im November und Dezember und 35 Grad Celsius im April. Das Land hat nur zwei Jahreszeiten, eine Trockenzeit und eine Regenzeit. Die Monate November bis Mai gehören zur Trockenzeit, in der es wenig Niederschläge gibt. In der Regenzeit - von Juni bis Oktober - kann die Niederschlagsmenge ziemlich groß sein.

Beste Reisezeit
Die Trockenzeit - von November bis Mai - wird von den meisten Reisenden als die beste Reisezeit für Kambodscha erlebt. Allerdings hat es auch Vorteile, während der Regenzeit zu reisen. Dann befinden sich weniger Touristen im Land, was dazu führt, dass die berühmten Sehenswürdigkeiten und Strände weniger überlaufen sind. Auch Unterkünfte und Flüge sind während der Regenzeit in der Regel günstiger.

Monat
Durchschnittliche max. Temperatur in °C
ø max. Temp. in °C
Durchschnittliche min. Temperatur in °C
ø min. Temp. in °C
Durchschnittliche Anzahl Regentage
ø Regentage
Januar32211
Februar32221
März34233
April35246
Mai342514
Juni332415
Juli322516
August322516
September312419
Oktober312419
November30239
Dezember30224

Bevölkerung und Kultur

Der Buddhismus spielt in der kambodschanischen Kultur eine wichtige Rolle und ist seit 1989 die Staatsreligion des Landes. Die Mehrheit der Bevölkerung (rund 95 Prozent) gehört dem Volk der Khmer an. Neben den größeren Minderheiten-Gruppen Cham (eine islamische Gruppe), Chinesen und Vietnamesen, gibt es noch kleinere Minderheitengruppen von Thais, Laoten und einer Reihe von Bergvölkern. Die Folgen des kambodschanischen Bürgerkriegs und der Herrschaft der Roten Khmer sind immer noch deutlich erkennbar. Aufgrund der enormen Zahl der Todesopfer zur Zeit der Roten Khmer ist etwa die Hälfte der heutigen Bevölkerung unter 22 Jahre alt. Ein Teil der Bevölkerung ist Analphabet, da sich das Schulsystem noch im Aufbau befindet.

Bei einem Aufenthalt in Kambodscha ist es ratsam, die lokalen Umgangsformen und Normen und Werte zu berücksichtigen, die anders sind als die europäischen. Zum Beispiel wollen sicher nicht alle Kambodschaner/-innen fotografiert werden. Beachten Sie bitte auch, dass Sie sich an für Kambodschaner/-innen heiligen Orten respektvoll verhalten und Kleidung über Schultern und Knien tragen. Reisenden, die vorhaben, ehrenamtlich in Kambodscha zu arbeiten, wird empfohlen, sich im Voraus über die möglichen negativen Folgen zu informieren. Ehrenamtliche Arbeit in Waisenhäusern in Kambodscha kann der lokalen Bevölkerung (unbeabsichtigt) schaden. Darüber hinaus ist es nicht empfehlenswert, politische Themen in Kambodscha anzusprechen. Die Roten Khmer sind im Land ein brisantes Thema, über das die Kambodschaner/-innen im Allgemeinen nicht gerne sprechen.


Geld

Die Währung Kambodschas ist der Kambodschanische Riel (KHR), auch Khmer-Riel genannt. Darüber hinaus wird in Kambodscha viel mit dem amerikanischen Dollar bezahlt. Derzeit entspricht 1 € etwa 4.464 kambodschanischen Riel. Beachten Sie, dass viele Supermärkte, Hotels oder Geschäfte (leicht) beschädigte Scheine nicht akzeptieren. An den meisten Geldautomaten in Kambodscha können Sie mit einer deutschen, österreichischen oder Schweizer Bankkarte (=Debitkarte) Bargeld abheben. In der Regel besteht die Möglichkeit, sowohl kambodschanische Riel als auch amerikanische Dollar abzuheben. Wenn möglich, nehmen Sie dann auch eine Kreditkarte mit, sodass Sie im Fall wenn die Debitkarte (Bankkarte) einmal nicht akzeptiert wird, doch zahlen oder Geld abheben können. Kreditkartengesellschaften verrechnen in der Regel hohe Transaktionskosten beim Abheben von Geld im Ausland. Denken Sie vor der Abreise daran, dass viele Banken die Verwendung von Debitkarten außerhalb der Eurozone als Sicherheitsmaßnahme standardmäßig blockiert haben und prüfen Sie bei Ihrer Bank, ob Ihre Debitkarte in Kambodscha verwendet werden kann oder ob die Blockierung erst aufgehoben werden muss.

Die Lebenserhaltungskosten in Kambodscha sind im Allgemeinen für westliche Touristen sehr niedrig. Ein durchschnittliches Hotelzimmer buchen Sie bereits ab einem Betrag von 20 bis 30 € pro Person und Nacht. Eine preiswerte Mahlzeit ist ab 2,25 € erhältlich, eine umfangreichere Mahlzeit in einem Restaurant kostet etwa 8 € pro Person. Eintrittskarten für die Tempelanlage Angkor Wat kosten derzeit 20, 40 oder 60 USD, je nachdem, wie viele Tage die Anlage besucht wird.

Tempel


Visum

Deutsche, österreichische und Schweizer Touristen benötigen für die Einreise nach Kambodscha ein Visum. In den meisten Fällen kann das Visum für Kambodscha einfach online beantragt werden, indem Sie das digitale Antragsformular ausfüllen und die Kosten entrichten. Anschließend laden Sie einen Scan oder ein Foto des Reisepasses und ein Lichtbild auf der Website hoch. Visumanträge für Kambodscha werden in der Regel innerhalb einer Woche genehmigt. Urlauber/-innen, die kurzfristig nach Kambodscha reisen und noch kein Visum haben, können einen Eilantrag stellen. Das Visum wird dann in der Regel innerhalb von 24 Stunden erteilt. Prüfen Sie vor dem Einreichen des Antrags, ob Sie alle Voraussetzungen für das Visum erfüllen.
Jetzt das Visum Kambodscha beantragen


Sicherheit und Gesundheit

Sicherheitsrisikoss
Kambodscha ist im Allgemeinen ein sicheres Reiseland, obwohl es einige Risiken gibt, die Sie berücksichtigen müssen. In ländlichen Gebieten Kambodschas liegen noch Minen und nicht explodierte Bomben, hauptsächlich in der Nähe der Grenze zu den Nachbarländern. Vermeiden Sie diese Gebiete, die mit Warnschildern oder einem Polizei- oder anderem Absperrband gekennzeichnet sind.

Die Lage an der Grenze zu Thailand, insbesondere in den Provinzen Preah Vihear und Oddar Meanchey, ist angespannt. Die Grenzen in diesem Gebiet sind nicht deutlich markiert, wodurch es empfehlenswert ist, einigen Abstand zur Grenze zu halten, um sicher keine Grenzverletzungen zu begehen.

Natürlich gibt es auch in Kambodscha Kriminalität. Reisenden wird daher geraten, in Bezug auf Taschendiebe und Straßenräuber vorsichtig zu sein und wertvolle Dokumente an einem sicheren Ort aufzubewahren. Proteste und politische Demonstrationen können Sie am besten vermeiden.

Impfungen und (Prophylaxe-)Medikamente
Für eine Reise nach Kambodscha werden einige Impfungen und prophylaktische Medikamente empfohlen. Eine Gelbfieberimpfung ist nur für Reisende vorgeschrieben, die aus einem Gelbfiebergebiet (Länder in Afrika und Südamerika) nach Kambodscha reisen. Darüber hinaus werden natürlich die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts und eine Impfung gegen Hepatitis A für alle Reisenden empfohlen. Je nach Aufenthaltsdauer und Aktivitäten in Kambodscha können auch Impfungen gegen Typhus, Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis ratsam sein. Beachten Sie bitte, dass Bilharziose in den Süßwassergewässern Kambodschas vorkommt und treffen Sie entsprechende Vorsorgemaßnahmen (also in Süßwassergewässern nicht Schwimmen, Tauchen, Wasserski, etc.).

Außerdem wird Besuchern Kambodschas geraten, sich vor Krankheiten zu schützen, die durch Moskitos übertragen werden, wie Malaria, das Zika-Virus, Chikungunya-Fieber oder Dengue-Fieber. In den meisten Landesteilen besteht ein mittleres Malariarisiko, am höchsten im Regenwald der Grenzgebiete zu Thailand und Laos, ein geringeres Risiko in einem breiten Gürtel durch die Mitte des Landes von SO nach NW entlang des Mekong bis nördlich des Tonle Sap. Für alle Reisenden ist es ratsam, abdeckende Kleidung (lange Hosen und lange Ärmel) zu tragen und die unbedeckte Haut mit einem Schutzmittel wie DEET einzureiben. Ausser DEET gibt es neuere Wirkstoffe wie Icarin, aber aufgrund der längeren Erfahrung mit DEET, wird zur Malariaprophylaxe immer noch DEET empfohlen. DEET wird im Handel in verschiedenen Konzentrationen angeboten, wobei der Unterschied nicht in der Wirksamkeit liegt, sondern in der Länge der Wirkungsdauer. 30%-iges DEET wirkt ungefähr 3 bis 5,5 Stunden, 40%-iges ungefähr 4 bis 8 Stunden und 50%-iges ungefähr 5 bis 10 Stunden, abhängig von verschiedenen Faktoren, wie der Schweißbildung oder der Absorption in der Haut.

Wenden Sie sich rechtzeitig vor der Abreise an eine/-n Arzt/Ärztin oder eine/-n Impfsachverständige/-n, um sich persönlich über die notwendigen Impfungen und Malaria-Prophylaxe beraten zu lassen.