Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 10.09.2021 | ±3 Minuten Lesezeit

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern hat angekündigt, dass Neuseeland seine Grenzen für den Rest des Jahres geschlossen halten wird. Ein (zoals het Visum wie das NZeTA reicht nicht aus, um in das Land zu reisen, selbst wenn der/die Reisende vollständig geimpft ist.

Die nationale Sicherheit steht an 1. Stelle

In einer kürzlich gehaltenen Rede erklärte Premierministerin Ardern, dass das Land derzeit nicht in der Lage sei, sich vollständig wieder zu öffnen. Ardern wies unter anderem auf die neuen Mutationen des Virus hin, die immer wieder auftauchen und zu neuen massiven Ausbrüchen führen können. Vietnam beispielsweise, ein Land, das lange Zeit sehr niedrige Infektions- und Todesraten aufwies, kämpft derzeit mit der Delta-Variante des Virus, die zu Tausenden von Neuinfektionen pro Tag führt. Ardern möchte ein solches Szenario in Neuseeland unbedingt vermeiden und hält daher die Grenzen bis Anfang 2022 geschlossen.

Nach Angaben der neuseeländischen Regierung können die Grenzen erst dann geöffnet werden, wenn alle Einwohner des Landes vollständig geimpft sind. Das neuseeländische Impfprogramm kommt derzeit relativ langsam voran. Bisher (August 2021) sind nur 19,4 % der Bevölkerung vollständig geimpft. Die Regierung hatte zuvor angekündigt, dass die zweite Impfung mit dem Pfizer-Vakzin für verschiedene Bevölkerungsgruppen verschoben wird, damit mehr Menschen die Erstimpfung erhalten können.

Kaum Covid-19-Infektionen in Nieuw-Zeeland

Viele sehen Neuseeland als das Land, das die Covid-19-Pandemie am besten unter Kontrolle gehalten hat. Offizielle Zahlen zeigen, dass es in Neuseeland seit Ausbruch der Pandemie nur 26 Todesfälle aufgrund von Covid-19 gegeben hat. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es bisher insgesamt 92.200 Todesfälle durch Covid-19. Die Entscheidung der Regierung, die Grenzen für den Rest des Jahres geschlossen zu halten, kommt daher für manche überraschend. Länder wie Kanada (26.848 Todesfälle) haben bereits angekündigt, dass sie in diesem Jahr ihre Grenzen für vollständig geimpfte ausländische Touristen öffnen werden. Auch die europäischen Länder öffnen ihre Grenzen für ausländische Touristen. Neuseeland will jedoch kein Risiko eingehen. Bis die gesamte Bevölkerung geimpft ist, bleiben die Grenzen geschlossen.

Vor kurzem hat Neuseeland auch den “Travel bubble” mit Australien gestoppt, da die Zahl der Infektionen im Nachbarland schnell anstieg. Im Rahmen dieser Regelung konnten australische Reisende nach Neuseeland reisen, ohne sich bei der Ankunft einer Quarantäne unterziehen zu müssen.

Reisen nach Neuseeland: Ausnahmegenehmigungen und Visum

Trotz der aktuell geltenden Maßnahmen ist es weiterhin möglich, ein Touristenvisum oder NZeTA (New Zealand electronic Travel Authority) zu beantragen. Das NZeTA-Visum ist zwei Jahre lang gültig. Das bedeutet, dass ein jetzt beantragtes Visum für eine Reise im nächsten Jahr verwendet werden kann. Die Kosten für ein NZeTA Visum betragen 49,95 €. In diesem Preis ist die obligatorische Touristenabgabe, die "International Visitor Conservation and Tourism Levy" (IVL), enthalten.

Premierministerin Ardern hat angekündigt, dass bei einer Öffnung der Grenzen in den ersten Monaten von 2022 Reisende nur aufgrund von Einzelfallentscheidungen zugelassen werden. Reisende werden in jedem Fall vollständig geimpft sein müssen. Darüber hinaus wird auch auf der Basis des Abreiselands entschieden, ob der/die Reisende nach seiner Ankunft in Quarantäne gehen muss.

Derzeit sind Reisen nach Neuseeland nur in Ausnahmefällen möglich. Eine Ausnahmegenehmigung um trotz der Grenzschließungen reisen zu dürfen, können Personen mit systemrelevanten Berufen, unmittelbare Familienangehörige von in Neuseeland ansässigen Personen und Personen, die aus dringenden humanitäres Gründen reisen müssen (z. B. um an einer Beerdigung teilzunehmen). Diese Reisenden müssen eine Sondergenehmigung ("Border Exception") erhalten. Die Verwendung eines NZeTA-Visums ist für diese Art von Reisen nicht möglich.