Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 04.01.2022 | ±3 Minuten Lesezeit

Die neuseeländische Ausländerbehörde hat beschlossen, wieder Visa für ausländische Investoren auszustellen. Diese Personen können dann trotz der Grenzschließung nach Neuseeland reisen.

Visa für reiche Investoren

Neuseeland versucht schon seit langem Investoren anzuziehen. Die neuseeländische Einwanderungsbehörde genehmigt bereits seit Anfang des Jahres Visumanträge von wohlhabenden Investoren. Aufgrund der Grenzschließung infolge des Coronavirus war es diesen Personen jedoch noch nicht möglich, tatsächlich nach Neuseeland zu reisen. Das wird sich nun ändern. Neuseeland hat angekündigt, dass Investoren mit einem Visum wieder im Land willkommen sind.

Potenzielle Investoren müssen einige Bedingungen erfüllen. Es gibt zwei Kategorien von Investoren, die Anspruch auf ein Visum haben: die ‘Investor’-Kategorie für Investoren, die innerhalb von vier Jahren mindestens 3 Millionen Dollar in Neuseeland investieren, und die ‘Investment Plus’-Kategorie für Investoren, die innerhalb von drei Jahren mindestens 10 Millionen Dollar in die neuseeländische Wirtschaft investieren. Außerdem müssen sie eine Mindestzeit im Land verbringen und werden auf ihren Charakter überprüft.

Investoren mit einem genehmigten Visum müssen dennoch eine Einrichtung für die Quarantäne über das neuseeländische Managed Isolation and Quarantine organisieren. Die Investitionen von Visumbesitzern in Neuseeland belaufen sich jährlich auf etwa 1 Milliarde Dollar.

Neuseeländer im Ausland verärgert

Während die neuseeländische Geschäftswelt die Nachricht sehr positiv empfängt, sind die Neuseeländer im Ausland weniger von der Entscheidung der Behörde begeistert. Viele Neuseeländer sitzen wegen des Coronavirus immer noch im Ausland fest. Obwohl sie kein Visum benötigen, können viele von ihnen nicht zurückreisen. Das größte Problem ist, dass die neuseeländischen Quarantäne-Einrichtungen nur über eine begrenzte Anzahl von Plätzen verfügen. Eine Quarantäne ist für alle Reisenden nach Neuseeland obligatorisch, auch für Reisende mit neuseeländischer Staatsangehörigkeit. Sie befürchten jetzt, dass Investoren in Bezug auf die begrenzten Quarantäne-Möglichkeiten bevorzugt behandelt werden. Grounded Kiwis, eine Gruppe, die sich für Neuseeländer, die sich im Ausland befinden, einsetzt, sagt, die Regierung stelle Geld über die Interessen ihrer eigenen Bürger.

Derzeit sind 108 Visumanträge von Investoren genehmigt worden. 816 Anträge müssen noch bearbeitet werden.

Pläne zur Wiedereröffnung Neuseelands verschoben

Aufgrund der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hat die neuseeländische Regierung beschlossen, die geplante Wiedereröffnung der Grenzen zu verschieben. Ursprünglich war geplant, dass neuseeländische Staatsangehörige mit Wohnsitz in Australien ab dem 16. Januar und neuseeländische Staatsangehörige aus anderen Ländern ab dem 13. Februar ohne eine staatliche Quarantäne wieder einreisen dürfen. Die Regierung hat jetzt beschlossen, bis Ende Februar zu warten, damit mehr Neuseeländer eine Auffrischungsimpfung erhalten können. Der obligatorische PCR-Test muss nun bis zu 48 Stunden vor der Abreise durchgeführt werden, anstatt bis zu 72 Stunden. Die Entscheidung der Regierung steht im Widerspruch zu den Empfehlungen der WHO, die besagt, dass Grenzschließungen relativ wenig Wirkung gegen die Verbreitung des Coronavirus haben.

Der ursprüngliche Plan sah auch vor, dass Touristen mit einem gültigen Visum Neuseeland ab April wieder im Land willkommen sein würden. Die neuseeländische Regierung hat noch keine diesbezüglichen Ankündigungen gemacht. Das neuseeländische Visum ist zwei Jahre lang gültig. Das bedeutet, dass es jetzt für eine Reise in diesem oder im nächsten Jahr beantragt werden kann.