Artikel aus der Rubrik „Aktuell" | | 29.07.2020 | ±3 Minuten Lesezeit

Während andere Länder immer noch schwer mit dem Coronavirus kämpfen, hat Myanmar alle Beschränkungen für Inlandsreisen aufgehoben. Alle Touristenattraktionen dürfen wieder geöffnet werden, und die Bevölkerung wird angeregt, sie auch zu besuchen. Vorläufig werden ausländische Reisende jedoch noch ausgeschlossen, auch wenn sie ein Visum haben, aber die Aussichten für den internationalen Tourismus nach Myanmar sind positiv.

Dilemma der steigenden Coronazahlen und den Einschränkungen der Wirtschaft

Da Myanmar Ende Juni / Beginn Juli einen Monat lang keine neuen Coronainfektionen zu beklagen hatte, wurden Schritte zur Lockerung der Coronamaßnahmen gesetzt um die Wirtschaft wieder auf Gang zu bringen. Firmen wurden wieder geöffnet und die Mitarbeiter dürfen wieder, wie gewohnt, vor Ort arbeiten. Trotz der Einschätzung einiger Experten, dass die Öffnung zu früh stattfindet, hat sich die Regierung Myanmars dazu entschlossen, die Lockerungen bereits jetzt zu beginnen. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Aufrechterhaltung der Coronamaßnahmen der Wirtschaft schweren Schaden zufügt.

Die Behörden von Myanmar gehen davon aus dass die Eindämmung des Coronavirus durch die Schnelligkeit, mit der die Maßnahmen gegen die Ausbreitung umgesetzt wurden so gut gelungen ist. So wurde zum Beispiel ein Landeverbot für internationale Flüge eingeführt, neue Visa für Myanmar wurden nicht erteilt und populäre Feste und Massenveranstaltungen verboten. Das Vorgehen der Regierung Myanmars wurde auch von der WHO gelobt.

Stufenplan für das Hochfahren der Wirtschaft

Der inländische Fremdenverkehr beginnt in Myanmar langsam wieder auf Gang zu kommen , obwohl viel weniger Gruppenreisen gemacht werden als früher. Gerade der Tourismussektor hat stark unter der Coronakrise gelitten. Der Umsatz war in den Monaten April und Mai vernachlässigbar, was zu Tausenden Entlassungen führte. Die Regierung richtet Ihre Lockerungsmaßnahmen daher speziell auf den (Inlands-)Tourismus. Das Ministerium für Hotels und Tourismus hat einen konkreten, aus drei Schritten bestehenden Stufenplan aufgestellt, um dem Sektor wieder auf die Beine zu helfen.

1.: Finanzielle Unterstützung für Hotels und Unternehmen

Die erste Phase besteht hauptsächlich aus der finanziellen Unterstützung notleidender Unternehmen im Tourismussektor. Sie erhalten Steuererleichterungen, müssen vorübergehend keine Miete zahlen und können Sonderdarlehen zu sehr niedrigen Zinssätzen erhalten. Diese Phase ist nun weitgehend abgeschlossen, und nach Angaben des Ministeriums sind die Auswirkungen positiv.

2.: Aufhebung der Schließung der Touristenattraktionen

Diese Phase ist für die Monate Juni bis August geplant. Alle Touristenattraktionen werden wieder geöffnet, müssen aber strenge Hygienevorschriften einhalten, um sicherzustellen, dass sich das Coronavirus nicht ausbreitet.

3.: Langsame Rückkehr zum Normalzustand

Diese letzte Phase wird im September beginnen. Das Land wird sich langsam, aber sicher wieder für den internationalen Tourismus öffnen. Die Visumerteilung wird wieder möglich werden, und möglicherweise werden ausländische Reisende wieder einreisen dürfen. Marketingkampagnen müssen dafür sorgen, Myanmar sowohl für einheimische als auch für ausländische Touristen so attraktiv wie möglich zu machen. Das Endziel ist, dass das Land nach dieser Phase, die sechs Monate bis zu einem Jahr dauern wird, wirtschaftlich weitgehend am selben Stand als vor der Coronakrise steht.

Reisen nach Myanmar und das Visum Myanmar

Derzeit befindet sich das Land jedoch noch in der zweiten Phase, wodurch der Schwerpunkt auf dem Inlandstourismus liegt. Ausländer werden noch eine Weile warten müssen, aber die Aussichten für internationale Flüge nach Myanmar sind vorläufig positiv. Mit der Veröffentlichung der Roadmap hat die Regierung Myanmars ein deutliches Zeichen gesetzt, dass sie wieder ausländische Touristen anziehen möchte.

Die Erwartung ist, dass Myanmar in der nächsten Zukunft (auf jeden Fall, solange kein Impfstoff gegen Covid-19 besteht) die Visumpflicht und ergänzende Corona-Maßnahmen miteinander verbinden wird. Das bedeutet, dass deutsche, österreichische und Schweizer Reisende bereits vor der Abreise ein Visum für Myanmar beantragen müssen und beim Antrag möglicherweise bereits Angaben über ihren Gesundheitszustand machen müssen. Wahrscheinlich bleibt jedoch die Beantragung mit dem digitalen Antragsformular möglich und ist kein Gang zur Botschaft erforderlich. Sehr wahrscheinlich ist zusätzlich zum Visum - so lang keine Impfung besteht - ein PCR-Test und eine Auslandskrankenversicherung erforderlich, die mögliche mit Corona verbunden Kosten deckt.