Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 17.06.2022 | ±2 Minuten Lesezeit

Die USA kämpfen mit einem dramatischen Rückstand bei den Reformen der Bedingungen für das H-1B-Visum, das Visum für qualifizierte Arbeitsmigranten. Die Bedingungen sind bereits über 20 Jahre unverändert geblieben, auch wenn das Land Änderungen dringend benötigt.

H-1B-Visum: Ein wichtiger Teil des Einwanderungssystems

Das H-1B-Visumprogramm ist bereits seit 1990 ein wichtiger Teil des US-Einwanderungssystems, doch dessen Ausführung ist nicht mehr zeitgemäß, während das Land derzeit einen Fachkräftemangel erlebt. Die Immigration von qualifizierten Arbeitskräften stimuliert die US-Wirtschaft enorm.

Das H-1B-Visum ist ein Nichtmigrationsvisum, das es Unternehmen ermöglicht, ausländische Arbeitskräfte für spezialisierte Berufe anzuwerben, wofür technische oder theoretische Erfahrung notwendig ist. Das H-1B Visum ist unter ausländischen Fachkräften das am meisten beantragte Arbeitsvisum für die USA. Vor allem Unternehmen in der Technologiebranche sind von diesem Visum abhängig, denn sie stellen jährlich tausende ausländische Arbeitnehmer, etwa aus China oder Indien, ein.

Nur wenige Arbeitsvisa für ausländische Arbeitskräfte verfügbar

In den vergangenen 20 Jahren sind keine zusätzlichen Arbeitsvisa mehr für Arbeitsmigranten verfügbar gestellt worden. Zwischen 2005 und 2022 ist die Anzahl bei 85.000 stecken geblieben. Dadurch ist es für US-amerkanische Unternehmen schwierig, neues und qualifiziertes Personal zu finden. Mia Love, eine ehemalige republikanische Abgeordnete, sieht den Fachkräftemangel sogar als die Ursache für die rasant steigende Inflation im Land, die also teilweise auf die stagnierenden Einwanderungszahlen zurückzuführen sind.

Sie fügte an ihre Aussagen hinzu, dass die US-Wirtschaft nicht nur aus Wissenschaftlern, Ingenieuren und Experten im Gebiet der künstlichen Intelligenz besteht, sondern dass Bauern, Viehhändler und Einzelhändler dafür sorgen, dass die Regale in Läden und Supermärkten gefüllt sind. Der Fachkräftemangel, der in diesen Sektoren vorherrscht, trägt an die hohen Preise für die Gesundheitssorge, Nahrungsmittel und andere Grundbedürfnisse bei. Indem in diesen Sektoren mehr Arbeitsplätze kreiert werden, wird die Inflation eingedämmt und das Wirtschaftswachstum befördert.

H-1B-Visum oder ESTA?

Wenn Sie nicht planen, in den Vereinigten Staaten zu arbeiten, brauchen Sie kein Arbeitsvisum zu beantragen, sondern ein ESTA. Ein ESTA ist eine elektronische Reisegenehmigung, die Ihnen die Möglichkeit gibt, ohne Visum in die USA zu reisen. Der Vorteil eines ESTA ist, dass die Kosten dafür deutlich niedriger sind als die für ein Visum. Ein ESTA wird durchweg innerhalb von 3 Tagen genehmigt und bei Eilanträgen bereits innerhalb von 60 Minuten. Das ESTA ist ab dem Zeitpunkt der Genehmigung zwei Jahre gültig und man darf sich damit bis zu 90 aufeinanderfolgende Tage in den USA aufhalten.