Artikel aus der Rubrik "Aktuelles" | | 18.09.2018 | ±4 Minuten Lesezeit

Die strengeren Regeln zur Begrenzung der Einwanderung in Amerika sind "kontraproduktiv und ineffektiv", beweist eine Studie des University College London (UCL) . Die Forscher zeigen auf dass strengere Einwanderungsbestimmungen dazu führen dass Menschen, die sich eigentlich an die Gesetze halten wollen, dann doch illegale Methoden zur Einreise in das Land nutzen.

Weitere Einschränkungen führen zu einem erhöhten Bedarf an Einsatz von Polizei und Sicherheitskräften

Weitere Einschränkungen sorgen dafür, dass mehr Kontrolle und mehr Einsatz von Polizei- und Sicherheitskräften nötig ist, sagen die Forscher. Deshalb schlagen sie vor, dass die Regierungen vor der Einführung von neuen Regeln besser über die Auswirkungen von beispielsweise Kontrollen nachdenken. Die Absichten jeder Person müssen individuell geprüft werden, um die illegale Einwanderung zu verhindern.

Laut Dr. Cassile Schwartz werden, wenn die Regeln zu streng sind, 20 Prozent der potenziellen Einwanderer gegen das Gesetz verstoßen, damit sie in Amerika einreisen können.

Bildungsniveau

Laut den Forschungsergebnissen spielt das Bildungsniveau eine große Rolle. Menschen, die über eine höhere Bildung verfügen, haben eine geringere Motivation illegal nach Amerika einzureisen als das bei Personen mit geringer Bildung und einer größeren Familie der Fall ist.

„Die stärkste Neuausrichtung auf nicht-legale Kanäle findet dann statt, wenn die legale Familienzusammenführung nicht mehr als Möglichkeit verfügbar ist. Wenn die Einwanderungspolitik zu streng wird, müssen die Regierungen davon ausgehen, dass sie damit auch die bereits begrenzten Möglichkeiten für die Einwanderung noch weiter einschränken", sagt Miranda Simon von der UCL.

Strengere Regeln tragen zur illegalen Einwanderung bei

Die schärferen Kontrollen und die strengere Einwanderungspolitik in Amerika begünstigen die illegale Einwanderung, sagt David Hudson von der Universität Birmingham, ein Co-Autor der Studie. Seiner Ansicht nach hat diese Politik zwei Seiten: „Unser Bericht zeigt eindeutig, dass die Zahl der legalen Einwanderer zwar durch Zuwanderungsbeschränkungen reduziert wird, die Zahl der illegalen Einwanderer jedoch steigt."

Laut Hudson verursachen die Regeln große Probleme: „Letztendlich führt das zu einem kostspieligen und nicht tragbaren Bedarf an größeren und schärferen Grenzkontrollen."

Globale Migration

Schätzungen gehen davon aus, dass es weltweit rund 258 Millionen Migranten gibt, das sind rund 3,4 Prozent der Weltbevölkerung. Dies umfasst Menschen, die anderswo als im Geburtsland leben. Zwischen 2000 und 2015 bestand 42 Prozent des Bevölkerungswachstums in Nordamerika aus Einwanderern. Diese Menschen wollen nicht nach Afrika, Asien, Lateinamerika oder zu den karibischen Inseln auswandern.

Illegale Migranten bleiben oft unter dem Radar, anstatt einen Asylantrag zu stellen und die (lokalen) Behörden auf sich aufmerksam zu machen. So melden sie sich nicht in Krankenhäusern, bei der Polizei, oder in der Obdachlosenunterkunft, oder nehmen die Angebote von Wohltätigkeitsorganisationen nicht in Anspruch, denn dadurch werden die Behörden auf sie aufmerksam. Erst dann würden sie jedoch in der Statistik mitzählen.

Die Beantragung des Visums (ESTA) USA

Ohne Visum oder ESTA kann man nicht legal in die USA einreisen. Deutsche und österreichische Reisende benötigen für 2018 und 2019 ein Visum oder ESTA - ohne gültiges ESTA darf eine Fluggesellschaft den/die Reisende/-n nicht mitnehmen und die Reise kann nicht angetreten werden. Man sollte wissen, dass ein ESTA bzw. Visum auch für einen Transit / eine Zwischenlandung in den USA zwingend notwendig ist.

ESTA steht für Electronic System for Travel Authorization: eine obligatorische elektronische Reisegenehmigung. Sobald ein Antrag genehmigt wurde, wird er sofort mit der Fluggesellschaft und dem US-Einwanderungsdienst geteilt. Auf diese Weise wird kein Dokument in Papierform benötigt, und die Behörden der USA wissen im Voraus, wer reisen wird.

Ein ESTA ist 2 Jahre gültig, aber ein Besuch darf höchstens 90 Tage dauern. Dieser Zeitraum von 90 Tagen schließt auch einen Besuch Kanadas, Mexikos oder der karibischen Inseln mit ein. Wer länger in Amerika bleiben möchte, muss bei der US-Botschaft ein ein USA Visum beantragen.

Für das ESTA gelten einige wichtige Bedingungen. Sie können mit dieser Genehmigung auf Geschäftsreise gehen, jedoch nicht im Dienst eines amerikanischen Arbeitgebers. Darüber hinaus können Reisende, die sich seit dem 10. März 2011 im Iran, im Irak, in Syrien, im Sudan, im Jemen, in Libyen oder in Somalia aufgehalten haben, kein ESTA beantragen; stattdessen kann jedoch ein Visumantrag beim amerikanischen Konsulat eingereicht werden.

Sie sollten wissen: Selbst mit einem gültigen ESTA kann dem/der Reisenden vom amerikanischen Einwanderungsdienst die Einreise verweigert werden. Dies geschieht insbesondere dann, wenn der Einwanderungsdienst den Verdacht hat, dass der Reisende eine Bedrohung für die Sicherheit der USA darstellt.

Wer ein ESTA beantragen möchte, kann das rund um die Uhr tun. Es wird häufig nach etwas mehr als 1 Stunde nach der Antragstellung genehmigt, manchmal kann das jedoch bis zu 72 Stunden dauern.