Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 02.09.2020 | ±4 Minuten Lesezeit

2020 ist ein Jahr, in dem in den Vereinigten Staaten Präsidentschaftswahlen stattfinden. Am 3. November stimmt das Land darüber ab, ob der derzeitige Präsident Donald Trump an der Macht bleibt oder ob der demokratische Kandidat Joe Biden die mächtige Position übernimmt. Für die Tourismusbranche und damit auch für Visa und (Ein-)Reisegenehmigungen wird der Ausgang der Wahlen weitreichende Folgen haben.

Visa für die Vereinigten Staaten

Die Vereinigten Staaten haben das möglicherweise das umfassendste Visumsystem der Welt. Das nordamerikanische Land verfügt über mehr als 185 verschiedene Arten Visa. Diese können grob in zwei Kategorien unterteilt werden: Einwanderungsvisa und Nicht-Einwanderungsvisa. Die erste Kategorie ist für Menschen, die sich länger in den USA aufhalten oder dauerhaft im Land leben wollen. Die Visa für Nicht-Einwanderer sind, wie der Name schon sagt, Visa für Reisende, die vorübergehend in den USA bleiben wollen. Diese Visa sind für die Reisegründe Urlaub oder Geschäftsreisen und alle dazwischenliegende Möglichkeiten gedacht. Es ist daher nicht verwunderlich, dass jedes Jahr den Ankündigungen von Änderungen im Visumsystem der Vereinigten Staaten große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Schließlich reisen jedes Jahr Millionen Menschen aus der ganzen Welt in das Land.

Die Präsidentschaft von Donald Trump

Bei seinem Präsidentschaftswahlkampf 2016 hatte Donald Trump versprochen, dass er die Immigration reduzieren würde. Mit dem Slogan "America First" versprach Trump, dass er innenpolitische Fragen vorrangig behandeln würde, bevor er sich überhaupt mit außenpolitischen Fragen befasste. Präsident Trump hat dieses Versprechen in mehreren Hinsichten gehalten. Zunächst einmal traf er die umstrittene Entscheidung, ein Einreiseverbot für Reisende aus einer Reihe von islamischen Ländern einzuführen. Auch andere Länder bekamen mit den Konsequenzen der strengen Politik von Trump zu machen. So ging beispielsweise die Zahl der Reisenden aus Nigeria in die USA aufgrund der neuen Regeln von Präsident Trump um nicht weniger als 21 % zurück.

Demokraten oder Republikaner

Jetzt ist die ganze Welt gespannt auf den Ausgang der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Nach 4 Jahren Trump wissen die verschiedenen Länder und Regierungen, was sie in Bezug auf Visa und Einwanderung zu erwarten haben, wenn Trump und seine Republikanische Partei an der Macht bleiben. Länder, auf die Trumps Politik negativen Einfluss hatte, werden wohl hoffen, dass die Demokratische Partei die Wahlen gewinnen wird. Im Vergleich zu Trump und den Republikanern sind die Demokraten offener auf dem Gebiet der Einwanderung. Prominente Mitglieder der Demokratischen Partei haben oft die ihrer Meinung nach "unmenschliche" Behandlung von Migranten durch Trump kritisiert.

Keine Änderungen für europäische Reisende erwartet

Die USA sind ein beliebtes Ziel für deutsche, österreichische und Schweizer Reisende. Ob es sich um Tourismus oder Geschäftsreisen handelt, jedes Jahr unternehmen Deutsche, Österreicher/-innern und Schweizer/-innen eine große Anzahl von Reisen in die USA. An sich müssen sich die Deutschen, Österreicher/-innen und Schweizer/-innen nicht allzu viele Sorgen über die Ergebnisse der amerikanischen Wahlen im Jahr 2020 machen. Sie benötigen nämlich kein Visum, um in die USA reisen zu dürfen. Sowohl Deutschland und Österreich als auch die Schweiz fallen unter das sogenannte "Visa Waiver Program". Das ist ein Programm zur Befreiung von der Visumpflicht für Länder, mit denen die Vereinigten Staaten enge Beziehungen unterhalten.

Reisende aus diesen Ländern benötigen für eine Reise in die USA kein Visum. Stattdessen können sie für einen Flug in die USA ein ESTA benutzen. Die Abkürzung ESTA steht für Electronic Travel Authorization. Es handelt sich dabei um eine digitale Reisegenehmigung, mit der man in die USA reisen kann, vergleichbar mit einem Visum. Im Vergleich zum Visum ist die Beantragung eines ESTA jedoch viel einfacher und, was noch wichtiger ist, viel günstiger. Es genügt, das ESTA-Antragsformular online auszufüllen, was in einigen wenigen Minuten geschafft ist. Die ESTA-Bestätigung wird dem/der Reisenden nach der Erteilung per E-Mail zugesandt, oft noch am selben Tag. Diese müssen Sie nicht ausdrucken. Mit der Erteilung des ESTA wird der/die Reisende in den digitalen Datenbanken der US-amerikanischen Grenzschutzbehörde registriert. Bei Vorlage des Reisepasses können die Fluggesellschaften in der Datenbank von U.S. Customs and Border Control prüfen, ob der/die Reisende im Besitz einer gültigen Reisegenehmigung ist.

ESTA-Voraussetzungen und Einreisebestimmungen

Das ESTA ist jedoch keine Einreisegenehmigung, mit der Sie ohne weitere Kontrollen in die USA einreisen dürfen: Genau wie das Visum unterliegt auch die Verwendung des ESTA genau festgelegten Bestimmungen und Voraussetzungen. Sie sollten sich gut über diese informieren, bevor Sie das ESTA beantragen. Oftmals haben Reisende Probleme bekommen, weil sie die ESTA-Bestimmungen nicht richtig gelesen hatten. So können Sie kein gültiges ESTA erhalten, wenn Sie nach dem 11. März 2011 in einer Reihe von ausgewählten Ländern wie Iran oder Nordkorea gewesen sind. Der Grund der Reise muss entweder Urlaub, Geschäftsreise oder Transit in den USA sein. Anders ausgedrückt muss es sich um eine Urlaubs- oder Geschäftsreise oder um eine Zwischenlandung in den USA handeln. Unter keinen Umständen ist es erlaubt, ein Arbeitsverhältnis mit einem amerikanischen Arbeitgeber einzugehen. Mit einem ESTA kann ein/-e Reisende auch höchstens 90 Tage in den Vereinigten Staaten bleiben. Sollten Sie vorhaben, länger in den USA zu bleiben, ist ein Visum erforderlich.

Bitte beachten Sie: Dieser Artikel aus unserer Rubrik „Aktuelles“ über das ESTA für die USA ist bereits älter als ein Jahr. Möglicherweise enthält er veraltete Informationen und Ratschläge, daher können wir für den Inhalt dieses Artikels keine Gewährleistung mehr bieten. Verreisen Sie demnächst und möchten Sie wissen, welche Regeln derzeit gelten? Lesen Sie dann alle aktuellen Informationen über das ESTA für die USA.